Nachwuchs für das Kleine Studio

NEUENRADE ▪ Sie fehlen in keiner Kultursaison der Stadt Neuenrade: Die Amateurschauspieler des Kleinen Studio Neuenrade. Schon etliche Male begeisterten die Laiendarsteller ihr Publikum und sorgten bei ihren Aufführungen stets für gut besuchte Festsäle.

Jetzt hat die Gruppe Verstärkung bekommen - mit Sarah Knieper und David Garcia treten fortan auch zwei Schüler in die schauspielerischen Fußstapfen ihrer Vorbilder. Den letztendlich entscheidenden Anstoß beim Kleinen Studio Neuenrade einzusteigen, bekamen die beiden bei einer der letzten Aufführung der Theatergruppe „Die vertagte Hochzeitsnacht“ im vergangenen Jahr. Aber auch wenn „es sich so ergeben hat“, wie die 18-jährige Sarah rückblickend erzählt, „muss man schon Spaß an der Schauspielerei haben – sonst klappt das nicht“. Und Freude bereiten ihr die Proben allemal „auch wenn das Stück etwas altmodisch ist“. Bei ihrem ersten Auftritt mit dem Kleinen Studio Neuenrade schlüpft die Schülerin in eine Tochterrolle. Die Amateurschauspieler studieren momentan „Die kleinen Verwandten“, ein Lustspiel von Ludwig Thoma, ein. Der bayerische Schriftsteller brachte das Stück im Jahr 1916 zu Papier. Dabei muss sich Sarah auf diese Zeit einlassen. Der familiäre Umgang zu Beginn des 20. Jahrhunderts unterscheide sich im Vergleich zum Heute. „Damals ging man mit seinen Eltern ganz anders um“, sagt sie. Zu Beginn der Probe sei sie „viel zu locker“ gewesen. Von den erfahren Ensemblemitglieder habe sie aber viele hilfreiche Tipps bekommen, wie sie sich als Kind von damals ihren Eltern gegenüber zu verhalten habe.

Der 17-jährige David hingegen, steht nicht zum allerersten Mal mit dem Kleinen Studio Neuenrade auf der Bühne. „Ich habe mit 13 Jahren schon einmal eine kurze Rolle in einem Sketch gehabt.“ Das Schauspiel-Gen liegt dem Schüler ein wenig im Blut - sein Großvater, Günther Hammecke, ist seit vielen Jahren in der Theatergruppe aktiv. „Ich habe mir viele Aufführungen von ihm angesehen und schließlich Lust bekommen auch mitzumachen.“ In „Die kleinen Verwandten“ verkörpert David den jungen, erfolgreich aufstrebenden Kaufmann Max.

Sarah und David haben zwar jede Menge Spaß bei den Proben und stellen gerne andere Personen dar, dennoch ist das Schauspiel nicht ihr Berufswunsch. „Ein erfolgreicher Schauspieler zu werden ist utopisch“, sagt David. „Ich möchte viel lieber Pilot werden“, verrät der 17-Jährige. „Das ist realistischer.“ Und auch Sarah sieht ihre berufliche Zukunft nicht auf „den Brettern, die die Welt bedeuten“. Die 18-Jährige will in der Tourismusbranche Fuß fassen. „Ich möchte Tourismusmanagement studieren.“ Soweit es die Zeit dann noch erlauben sollte, schließen es „die jungen Nachwuchstalente“, wie sie Regisseur Hans Dickel gerne nennt, aber nicht aus, auch weiterhin in Rollen zu schlüpfen, und den Alltag links liegen zu lassen.

„Die kleinen Verwandten“ werden im April 2012 die Kultursaison der Stadt Neuenrade im Kaisergarten beenden ▪ Susanne Riedl

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