Hönnequell-Schule

Nachwuchs dringend gesucht: So sollen Schüler für Technik begeistert werden

Der Roboterarm im Truck ist brandneu. Die Jungen erfreuen sich an der Technik.
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Der Roboterarm im Truck ist brandneu. Die Jungen erfreuen sich an der Technik.

Die Schüler der Klasse 9.1 der Hönnequell-Schule (HQS) hören intensiv zu und der Mitarbeiter der Julius Klinke GmbH & Co. KG erzählt detailreich von der Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker und der schnellen Integration der Azubis in die Produktionsabläufe.

Auch die Gründe, die für eine Arbeitsplatzsicherheit bei Klinke sprechen, beschreibt Maschinenbautechniker Karl Nöcker: Viele langjährige Mitarbeiter, was sicher für ein gutes Betriebsklima spricht, ein Unternehmen, das breit aufgestellt ist („daher keine Kurzarbeit, trotz Corona“) und Bauteile für die noble Automarke Bentley, aber durchaus auch Knochenschrauben für die Gesundheitsbranche herstellt.

Julius Klinke habe aktuell 14 Auszubildende und sucht laufend. Die Anforderungen an die Azubis: Brauchbare Noten und am besten keine unentschuldigten Fehlstunden, erläutert Nöcker.

Plakataktionen im Stadtgebiet

Klinke tut jedenfalls viel für die Suche nach dem eigenen Facharbeiternachwuchs. Plakataktionen im Stadtgebiet und weitergehende Öffentlichkeitsarbeit gehören dazu. Das Unternehmen tut gut daran. Denn, wie Maschinenbauingenieur Claudio Schmickler vom Verband der Metall- und Elektroindustrie auf Nachfrage erläuterte, seien die Unternehmen der Branche verstärkt auf der Suche. Und der Azubi-Mangel habe sich noch verschärft. Schmickler und sein Team waren am Mittwoch einmal mehr mit dem Infobus des Verbandes zur HQS gekommen.

Der eine oder andere Schüler der angehenden Abschlussklasse 9.1. zeigt dabei durchaus Interesse am Metallhandwerk. Sowohl Tom als auch Jakob wollen in diese Richtung gehen. Sie erfreuen sich an dem Equipment, das im Infobus steht und genutzt werden kann. Ausschließlich deutsche und österreichischen Werkzeugmaschinen stünden hier, um die Bandbreite aufzuzeigen, sagte Schmickler. Auch ein Roboterarm ist darunter, der Zahnräder an Ort und Stelle montiert. Ein Fachmann zeigt den Jungen, wie das Programm zu bedienen ist. In der Tat: Jungen. Mädchen sind an diesem Vormittag im M+E-Truck in der Minderheit. Das habe sich in den Jahren nicht geändert, bestätigt Schmickler. Junge Frauen seien nach wie vor in der Minderheit.

Corona: Viele Praktika sind ausgefallen

Sorgen machen Schmickler die Auswirkungen der Pandemie. Wegen Corona seien viele Praktika ausgefallen, die jungen Leute hätten nur wenig Erfahrungen sammeln können. Bei vielen habe das zur Folge, dass weiter die Schule besucht werde, statt in eine Ausbildung einzusteigen. Das könne sich rächen, wenn dann im nächsten Jahr alle auf einmal auf den Markt drängen würden...

Der M+E-Truck ist ein gewaltiges Objekt. Der Präsentationsbereich zieht sich über zwei Etagen. Unten geht es vor allem darum, die praktischen Anwendungen zu zeigen und das Berufsbild anschaulich zu präsentieren und vertieftes Interesse zu generieren. Das gelingt allerdings nicht bei allen Schülern. So ist für Malik schon jetzt klar, dass er Koch werden und in einem Restaurant arbeiten möchte.

Der Infotruck steht am Freitag, 3. September, bei Stauff in Werdohl und ist für die Öffentlichkeit von 13.45 bis 15 Uhr zugänglich.

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