Nachhaltige Tipps für Waldbauern

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Waldbauern während der Versammlung. ▪

NEUENRADE ▪ Rund um die Gaststätte „Zur Borke“ parkten jede Menge Pickups und geländegängige Fahrzeuge. Und in der Gaststätte saßen fast 40 überwiegend in Grün gekleidete Männer und eine Handvoll Frauen. Sie gehören zu den Waldbauern des Märkischen Kreises oder sind ihnen eng verbunden. Sie und ihre Kollegen bewirtschaften in ihrem Bezirk die nicht unbedeutende Fläche von knapp 30 000 Hektar Wald.

Gestern kam die „Bezirksgruppe Märkischer Kreis im Waldbauernverband NRW“, so der offizielle Name, zur Hauptversammlung zusammen. Die ging relativ flott über die Bühne, wenn es auch hier und da kritische Stimmen zur Beitragspraxis und zur Strukturreform im vergangenen Jahr gab. Was die Führungsmannschaft anbelangt, so wurde die Spitze im Amt bestätigt. Franz Schulte-Berge bleibt Vorsitzender.

Dr. Christoph von Wrede und Eberhard Schulte-Husberg wurden Vertreter. Beisitzer sind nun Uta Schulte, Günter Rafflenbeul, Klaus Sasse, Clemens Gödde Jun. und Bernd Stubenrauch.

Mit großem Interesse verfolgten die Gäste den Vortrag von Dr. Michael Petrak. Der ist Biologe beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Er hielt einen Vortrag zum Thema „Bestandsbegründung nach Kyrill – Aufgaben für Jagd und Waldbau“.

Es ging darum, wie Waldbauern am besten nach einer Sturmkatastrophe nachhaltig und wirtschaftlich vernünftig einen neuen Wald begründen und dabei alle systemrelevanten Bedingungen beachten. Dabei spielt das Wild ein bedeutende Rolle. Petrak umriss hier die Eckpunkte, die Waldbauern im Verein mit Jägern beachten müssen. Denn falsche Bejagung oder unbedachte Aufforstung kann erhebliche Schäden verursachen. Petrak griff auf wissenschaftliche Untersuchungen zurück, konnte am Beispiel der Wald- und Wildentwicklung nach Sturmkatastrophen in der Vergangenheit erläutern, wie Wild, Vegetation und das Verhalten des Menschen eine Rolle spielen. Durch überlegtes Anlegen von Ausweichflächen, durch Gewährenlassen bestimmter Pflanzen, durch geschickte Wegeplanung, durch Ruhezonen und intensive Jagd zu bestimmten Zeiten können Verbissschäden reduziert werden.

Windräder: „Große Risiken für den Wald“

Aus den Reihen des Publikums kam auch eine Anfrage zum Thema Windräder und den Bestrebungen in Iserlohn, auf den Kyrillflächen Windräder aufzustellen. Petrak begrüßte als Biologe grundsätzlich die nachhaltige Energieerzeugung, gab aber zu bedenken, dass durch die Windräder sehr störende Luftwirbel entstünden, die den Wald beeinflussen würden. Es gebe zudem Gefahren durch und für Fledermäuse, die in die Drehkränze der Energieanlagen kriechen würden. „Ich sehe als Biologe große Risiken für den Wald“. ▪ vdB

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