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Nach zwei Corona-Absagen: Entscheidung über Gertrüdchen 2022 gefallen

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Von: Carla Witt

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Abstand halten – das ist in der Gertruden-Passage nicht möglich. Und auch im Pfadi-Zelt wird es beim Feiern schon mal eng. Aus diesem Grund muss das Gertrüdchen 2022 ohne diese beliebten Treffpunkte auskommen.
Abstand halten – das ist in der Gertruden-Passage nicht möglich. Und auch im Pfadi-Zelt wird es beim Feiern schon mal eng. Aus diesem Grund muss das Gertrüdchen 2022 ohne diese beliebten Treffpunkte auskommen. © Julian Kühn

Zwei Jahre in Folge mussten die Neuenrader coronabedingt auf ihr Traditionsfest verzichten.

Das soll sich im kommenden Jahr ändern: Die Planungen für das 667. Gertrüdchen vom 18. bis zum 20. März 2022 haben begonnen. Allerdings: Das Fest soll ausnahmsweise in abgespeckter Form gefeiert werden.

Konkret bedeutet das: Die Gertrudenpassage wird nicht für das Fest hergerichtet und auch das Pfadfinderzelt wird nicht aufgebaut. „Dort feiern die Menschen auf engem Raum zusammen. Das ist einfach zu riskant“, unterstreicht Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU). Angesichts der gerade stark steigenden Inzidenzen sei ein solches Szenario schlicht nicht zu verantworten. Das habe er den Betroffenen bereits mitgeteilt. „Sie sind natürlich betrübt, haben aber vollstes Verständnis für diese Entscheidung.“

Traditionen sollen wieder gepflegt werden

Denn eines sei klar: „Wir wollen und müssen unsere Traditionen langsam wieder pflegen. Die Jüngeren kennen sie sonst nicht mehr, sie verschwindet aus den Köpfen“, erklärt das Stadtoberhaupt. Deshalb solle 2022 der Peitschenknall wieder zu hören sein, und auch das Gertrudenkomitee werde zuvor im Rathaus tagen. Eventuell aber nicht im historischen Ambiente des Sitzungszimmers. „Eine Überlegung ist, auf die untere Etage und den Flur auszuweichen, damit größere Abstände eingehalten werden können.“

Die Besucher der Kirmes auf dem Wall und dem Platz der Generationen können sich voraussichtlich auf zahlreiche Stände und diverse Fahrgeschäfte freuen. „Sabine Rogoli hat schon Kotakt mit vielen Schaustellern aufgenommen. Die Resonanz ist groß“, hat Antonius Wiesemann keine Sorgen, dass es der Chef-Planerin des Ordnungsamtes nicht gelingen könnte, den Platz attraktiv zu beschicken.

Gegenüber den Schaustellern in der Pflicht

Apropos Schausteller: Ihnen gegenüber sieht Wiesemann die Stadt in der Pflicht: „Sie haben eine lange Durststrecke hinter sich. Es stehen Existenzen auf dem Spiel.“ Auch deshalb müsse man alles daran setzen, Gertrüdchen zu feiern – eben auch in abgespeckter Form.

Zudem seien sicher viele Neuenrader bereit, sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren. Für sie sei das 667. Fest ein Lichtblick. „Die Menschen sehnen sich nach etwas Normalität.“ Das beweise zum Beispiel der Blick nach Soest, wo am Sonntag die Allerheiligenkirmes zu Ende gegangen ist.Am Samstagabend wollten dort so viele Menschen gleichzeitig an- und abreisen, dass es zu erheblichen Verkehrsproblemen kam.

2G oder 3G: Noch keine Entscheidung

Weitere Einzelheiten wie das Gertrüdchen über die Bühne gehen könnte, seien momentan noch nicht planbar. „Die 3G-Regel werden wir auf jeden Fall anwenden. Würden wir uns für 2G entscheiden, müsste das Gelände eingezäunt werden. Das wäre wiederum mit deutlich höheren Kosten und höherem Personalaufwand verbunden“, möchte sich der Bürgermeister noch nicht festlegen. Denn vieles hängt von der Infektionslage am Ende des Winters und der Entwicklung in den kommenden Monaten ab.

So würde man selbstverständlich „alles daran setzen“, die Gasse und das Pfadizelt doch noch zu beleben, wenn es die Situation zulasse, sich das Pandemie-Blatt also plötzlich und eher unerwartet zugunsten der Menschen wenden würde. „Andererseits könnte es auch passieren, dass wir Anfang März erneut absagen müssen. Das muss allen Beteiligten klar sein. Sicherheit geht vor.“

Neuerliche Absage wäre ein herber Schlag

Sollte eine Absage notwendig werden, wäre das natürlich ein herber Schlag. „Ich hätte einen dicken Kloß im Bauch, aber wir wären zumindest darauf vorbereitet. 2020 waren wir es nicht“, erinnert sich das Stadtoberhaupt an das Jahr, in dem die Pandemie auch das Leben in Neuenrade veränderte.

Als Wiesemann damals am 4. März entschied, das Traditionsfest kurzfristig abzusagen, sah er sich teils auch heftiger Kritik ausgesetzt. Knapp zwei Wochen später, am 16. März, beschloss die Bundesregierung den ersten Lockdown, der am 22. März in Kraft trat. Am Ende dieses Jahres – mit starken Einschränkungen im Advent, an Weihnachten und zum Jahreswechsel – war dann an die Planung des Gertrüdchens 2021 nicht zu denken.

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