Nach dem Winter wird die Motte aufgebaut

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Eckhard Roß zeigt die noch zerlegte Motte. ▪

NEUENRADE ▪ Seit einem halben Jahr ist es ruhig geworden um Küntrops künftiges Wahrzeichen: noch schlummert der abgebaute Hügelturm aus Herne in einer Neuenrader Zimmerei. Noch – denn nun liegt im Rathaus die Baugenehmigung vor, über die in den vergangenen Monaten der Märkische Kreis entscheiden musste. „Wenn der Winter vorbei ist, fangen wir an“, verriet Bürgermeister Klaus Peter Sasse im Gespräch mit dem Süderländer Volksfreund.

Auf dem Schützenplatz in der Nähe der Vogelstange wird sie dann stehen, 25 Meter in die Luft ragen, und damit ein imposantes Bild abgeben. Alexander Klinke hatte seinerzeit die Motte auf der Herner LWL-Ausstellung „Aufruhr 1225“ entdeckt, Ortsheimatpfleger Dr. Rolf Dieter Kohl vertiefte den Kontakt mit dem Museum, welches den hölzernen Turm schließlich an Neuenrade verschenkte. Spenden aus der „Bürgerstiftung Neuenrade“ sorgten für den reibungslosen Abbau und Transport. Nun steht der Aufbau bevor.

Über den Standort der Motte wurde heftig diskutiert, insbesondere mit den Anwohnern. Dies ist jedoch mittlerweile geklärt, man hat sich einigen können: „Alles, was wir versprochen haben, halten wir auch ein“, kommt der Bürgermeister auf das letzte Treffen mit den baldigen Mottenachbarn zu sprechen. So erfolgt die Verkehrsführung demnächst über eine Zufahrt von vorne, was sowohl den Parkplatz- als auch den laufenden Verkehr geringer hält. Auch das Sichtproblem ist geklärt: Die Motte hat eine komplett geschlossene Seite, die auf die Anwohner ausgerichtet wird und sie so vor neugierigen Augen schützt. Außerdem konnten sich die Dinneikler bei dem Treffen mittels Drehleiter davon überzeugen, dass gerade im Sommer die dichten Blätter der nahen Grünfläche ohnehin einen natürlichen Sichtschutz bieten. Zudem wird der Holzturm eingezäunt, um mögliche unliebsame Besucher fernzuhalten.

Das Stadtoberhaupt zeigte sich in puncto Beanstandungen verständnisvoll: „Ich konnte mich gut in die Lage der Anwohner versetzen und bin den Kritikern überhaupt nicht böse. Sie waren fair, haben sich gut informiert und solche Kritik wird angenommen“, lobte er den Ablauf der Planungsphase. Ohnehin würden die Besucherzahlen in der Nähe der Vogelstange überschaubar bleiben, ist sich Sasse sicher. Wenn auch zu Beginn mit etwas mehr Publikum zu rechnen sei, so erwarte er später 20 bis 25 Personen am Wochenende sowie unter der Woche mal eine Schulklasse oder einen Heimatverein. Insgesamt soll der ganze Platz vor der Schützenhalle gemeinsam mit dem Schützenverein Schritt für Schritt attraktiver gestaltet werden.

„Die Liebe der Küntroper zu ihrer Burg Gevern wird hoffentlich durch die Turmhügelburg weiter gestärkt. Deswegen sollte die Motte ja nach Küntrop“, erinnert Sasse an einen groß initiierten Aprilstreich von 2004. Damals behaupteten die Küntroper, sie wollten die Burg Gevern mit Fördergeldern in Millionenhöhe wieder aufbauen. Dazu ist es natürlich nicht gekommen, aber das drei Jahre später stattfindende Mittelalterspektakel und der Umzug im Rahmen der 650-Jahr-Feier der Stadt Neuenrade im Jahr 2006 ist allen gut im Gedächtnis geblieben. Zunächst war auch der historische Standort der Burg Gevern als Platz für die Motte im Gespräch, dieser ist jedoch archäologisch nutzbar und soll erhalten bleiben. Lange erhalten bleiben soll auch die Motte: So nutzten die Initiatoren die bisher vergangene Zeit zur Vorbereitung. Nun heißt es: Warten bis zum Frühjahr. Denn nach Fundament- und Erdarbeiten wird Eckhard Roß die zerlegte Motto mit seinem Team und Bauamtsleiter Marcus Henninger an ihren neuen Fleck wurzeln. Und nicht nur die Dorfbewohner, auch das Stadtoberhaupt freut sich schon: „Das ist ein zusätzliches kleines Highlight für Küntrop und für Neuenrade.“ ▪ Annette Kemper

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