Nach schweren Motorradunfall: Polizei stellt Geschehen nach - mit Videos

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Motorradpolizist Antonio Perla zeigt in den Serpentinen des Kohlbergs die richtige Kurvenfahrt. Schneller und perfekter geht es wohl nicht. Wer aber sein Fahrzeug nicht so beherrscht wie Perla, riskiert sein Leben.

Neuenrade - Man muss es sagen: Der Kohlberg ist für Motorradfahrer, die gerne sportlich fahren, eine anspruchsvolle Strecke. Die Kurven sind nicht einfach zu nehmen. Vor allen Dingen Anfänger, Wiedereinsteiger oder jene, die gebirgige Stecken nicht kennen, haben so ihre Schwierigkeiten.

Erst jüngst wurde die Strecke am Kohlberg wieder einem jungen Motorradfahrer zum Verhängnis. Gleich in der Kurve unterhalb des Forsthauses und kurz vor der Hundewiese erwischte es ihn. Mit seiner KTM „Ready to race – the Corner Rocket“war er am 31. Mai in Fahrtrichtung Neuenrade unterwegs und kriegte diese Kurve nicht. 

Stattdessen landete er in den Leitplanken und zog sich schwere Verletzungen zu. Nach Auffassung der Polizei führte wohl ein Fahrfehler zu dem Unfall. Ein falsches Bremsmanöver – und es war vorbei. 

Antonio Perla passiert bei der Kurvenfahrt die Stelle, wo sich der der Unfall ereignete.

Den Motorradführerschein hatte der 22-Jährige erst einen Monat zuvor gemacht. Das Mega-Motorrad war schon im Dezember auf den jungen Mann zugelassen worden, berichtete Polizeihauptkommissar Andreas Filthaut, der die Sache am Mittwoch noch einmal an die Öffentlichkeit brachte, um einen Appell an alle unerfahrenen Motorradfahrer loszulassen. 

Sie sollten an einem Fahrsicherheitstraining von ADAC oder den Verkehrswachten teilnehmen, die regelmäßig angeboten werden, um Fahrkompetenz zu schulen. Denn, so betonte es Filthaut: „In der Fahrschule lernt man nicht das Fahren im realen Leben, sondern die jungen Motorradfahrer lernen in erster Linie sich den Verkehrsregeln entsprechend zu verhalten. Ein Sicherheitstraining gibt es nicht.“ 

Experte zeigt die richtige Technik

Um das ganze Unfallgeschehen auch plastisch-drastisch darzustellen, hatte Filthaut seinen Kollegen Antonio Perla um Hilfe gebeten. Der sollte mit seinem Motorrad simulieren wie man richtig die Kurve nimmt – und eben einmal wie man es nicht machen sollte. Perla ist Polizeikradfahrer. Er ist in zivil unterwegs, hat Videotechnik an Bord und weist damit Motorradfahrer gegebenenfalls Fehlverhalten nach. Zwei bis drei Führerscheine kassiert er so pro Monat. 

Polizeihauptkommissar Andreas Filthaut beobachtete das Geschehen genau. Er rät allen noch nicht so erfahrenen Bikern unbedingt ein Fahrsicherheitstraining zu absolvieren.

Polizeioberkommissar Antonio Perla wird regelmäßig geschult, um sein fahrerisch hohes Niveau halten zu können: „Da kümmern sich SEK-Leute um das Training.“ Perla kann es also. Und so demonstrierte er, wie schnell Könner die Kurven am Kohlberg nehmen können. Ein unbeteiligter Motorradfahrer sagte: „Das ist schon sportlich.“ 

Üben sollte für jeden selbstverständlich sein

Hatte Perla zunächst Schwierigkeiten „falsch“ zu fahren, so gelang es ihm schließlich sich aus der Kurve tragen zu lassen, ohne in den Leitplanken zu landen. Auch das falsche Bremsmanöver bekam er hin ohne zu stürzen. Einige Male fuhr Perla die Demonstrationstour. Während dieser Zeit wurde die Straße jeweils gesperrt. 

Was bei diesen Fahrten sehr deutlich wurde: Fahrkompetenz zu erlangen durch Üben im geschützen Raum (zum Beispiel bei einem Lehrgang im Sauerlandpark) – das sollte für jeden Motorradfahrer selbstverständlich sein.

Videos von der Kurvenfahrt am Kohlberg

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