Bürger sind in Sorge

Öffentliche Sicherheit wird zum Thema

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Diese Nachricht im Schaufenster spricht für sich. ▪

NEUENRADE ▪ Schon wieder, innerhalb kürzester Zeit, suchten Einbrecher das Silberstübchen heim: In der Nacht zu Mittwoch zerdepperten sie die Frontscheibe, griffen in die Auslage, stahlen sechs Chronographen und 20 weitere Uhren der Marke Ice Watch. Der Sachschaden wird mit etwa 1200 Euro angegeben. Angesichts des erneuten Einbruchs rumort es in Neuenrade.

Viele Bürger machen sich um ihre Sicherheit Sorgen. Der jüngste Raubüberfall auf ein Pärchen (wir berichteten), die diversen Einbrüche oder auch Vandalismus im Bereich Mühlendorf tragen offenbar dazu bei. In sozialen Netzwerken äußert sich der eine oder andere Bürger vehement dazu: „Ich glaube es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass wir hier keine Polizeipräsenz mehr haben“. Es wird gar von Verhaltensänderungen geschrieben. Kinder werden nicht mehr allein losgeschickt. Sogar von Bürgerwehr ist dort die Rede. Auch Bürgermeister Klaus Peter Sasse wird inzwischen öffentlich auf die Problematik der gefühlt steigenden Kriminalität angesprochen.

Unabhängig davon: Von den beiden Bezirksbeamten in Neuenrade, die noch im Sommer vergangenen Jahres vor Ort waren, ist aktuell keiner mehr da. Die Wachstube ist quasi leer. Ein Polizist ist momentan krank, der andere ist in Pension. Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde sagte dazu auf Nachfrage, dass die zweite Stelle „zur Zeit nicht besetzt“ sei und vakant bleibe. Der Personalschlüssel – vom Land vorgegeben – lasse eine Besetzung der zweiten Stelle eben nicht zu. Der eine verbliebene Bezirksbeamte werde bedarfsabhängig von der Werdohler Wache unterstützt. Und wenn man denn die zweite Neuenrader Polizistenstelle wieder besetzen wolle, müsste der Personalschlüssel des Landes geändert werden oder ein Bezirksbeamter müsste anderswo abgezogen werden.

Unabhängig davon zeige die Polizei aktuell in Neuenrade mehr Präsenz, sagte der Werdohler Wachleiter Thomas Voit. Nach den jüngsten Vorfällen würde auch nächtens verstärkt Streife gefahren. Da stelle man sich auch in eine Seitenstraße und sei auch zu Fuß unterwegs.

Die Sicherheitslage in der Hönnestadt hält der Wachleiter insbesondere bei Betrachtung der Einzelfälle für noch in Ordnung. Gleichwohl nehme er selbstverständlich die Ängste der Bürger ernst. Und auch die Kollegen würden hier verstärkt Engagement zeigen. Zudem müsse man alle Möglichkeiten nutzen. Er könne sich auch eine Ordnungspartnerschaft mit Neuenrade vorstellen.

Für die Inhaber des Silberstübchens, die nun in drei Wochen gleich dreimal von Einbrechern heimgesucht wurden, hat das ganze – abgesehen von der seelischen Erschütterung – noch eine üble Konsequenz: Die Versicherung macht Auflagen. Im kommenden Jahr müssen wohl 20 000 Euro in Sicherheitsmaßnahmen investiert werden. von Peter von der Beck

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