Erste Schätzung abgegeben

Nach Jahrhundert-Unwetter: Stadt Neuenrade beklagt Schäden im sechsstelligen Bereich

Futsch ist die Hönnebrücke. Stattdessen ist nur ein tiefer Kolk geblieben. Ein alte Staustufe ein paar Meter weiter ist ebenfalls zerstört und die Hönne hat sich dort tief in den Lehmboden eingegraben.
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Futsch ist die Hönnebrücke. Stattdessen ist nur ein tiefer Kolk geblieben. Ein alte Staustufe ein paar Meter weiter ist ebenfalls zerstört und die Hönne hat sich dort tief in den Lehmboden eingegraben.

Welchen finanziellen Schaden nun die Stadt Neuenrade durch das Starkregenereignis Mitte Juli erlitten hat, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nur grob schätzen. Das bestätigte Kämmerer Gerhard Schumacher.

Immer mal wieder würden Starkregen-Schäden zum Vorschein kommen, die nicht in der ersten Zeit nach der Aufarbeitung sichtbar geworden seien. Und so müssen erste Schätzungen immer mal wieder nach oben korrigiert werden. Klar, habe man dringend erforderliche Reparaturmaßnahmen bereits unternommen und abgeschlossen, viele Rechnungen seien aber jetzt noch unterwegs.

Eine Summe im sechsstelligen Bereich wird sicher zusammenkommen. Allein die Schäden an der Burgschule wurden unlängst mit bis zu 40 000 Euro beziffert. Zwei Brückenbauwerke wurden zudem fortgespült. Und ob oder in welchem Umfang sie wieder hergerichtet werden, sei noch nicht entschieden, sagte Schumacher. Auch der damit zusammenhängende Kostenrahmen stehe daher noch nicht fest.

Erste Schätzung an das Land gemeldet

Gleichwohl: Eine erste Schätzung wurde in Zusammenhang mit der Bundeshilfe an das Land gemeldet. Das macht Bauamtsleiter Marcus Henninger. Die Letzte Schätzung belief sich auf 800.000 Euro. „Was dann letztlich an Fördermitteln kommt, steht ohnehin noch nicht fest“, so Schumacher. Erst in der Jahresrechnung 2021 werde man auch wissen, was es tatsächlich an Schäden gab. Schumacher glaubt zum jetzigen Zeitpunkt nicht, dass ein Nachtragshaushalt her muss. Bei einem Volumen von 26,3 Millionen sei das angesichts der Schätzungen – bis jetzt 107 000 Euro an Kosten – nicht erforderlich. Einiges stelle sich auch erst im Nachhinein heraus, wie zum Beispiel fortgespülte Wirtschaftswege.

Viele Wirtschaftswege sind nicht mehr zu gebrauchen.

Das alles sei jedenfalls gering im Vergleich zu den stark betroffenen Nachbarstädten wie Altena. Unter dem Strich scheint Neuenrade daher nach vorläufigen Erkenntnissen glimpflich davon gekommen zu sein – angesichts der Schadenssumme im Märkischen Kreis. Schumacher nannte hier die Zahl von 110 Millionen Euro. Dass Neuenrade halbwegs mit einem blauen Auge davon gekommen ist, schiebt der Kämmerer auf die vorteilhafte topografische Lage. Man habe eben nicht diese tiefe Tallage wie Werdohl oder Altena. All die Bachläufe würden auch in Neuenrade nur entspringen und seien eher Rinnsale.

Höllmecke: Stadt muss nicht zahlen

Glück im Unglück hat die Stadt was die Höllmecke anbelangt. Die sicher millionenschwere Sanierung geht auf den Deckel des Straßenbaulastträgers Straßen.NRW.

In Neuenrade wird man auch eine Reihe von Präventionsmaßnahmen vornehmen, um wegen eines weiteren möglichen Starkregens gewappnet zu sein. Die werden im Haushalt 2022 eingestellt – oder künftigen Haushalten.

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