Schaden in zweistelliger Millionenhöhe

Nach Großbrand in Galvanikbetrieb im MK: Ursache steht wohl fest

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Eine der insgesamt drei Drehleitern, mit denen die Feuerwehr den Brand bekämpfte. 250 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Nach dem Großbrand bei der Firma Tyrolit in Neuenrade wurde die Galvanikabteilung vollständig zerstört. Jetzt steht wohl die Ursache fest.

Neuenrade - „Die Entwicklung ist insgesamt positiv. Alle packen mit an, damit es weiter in die richtige Richtung geht.“ Diese Zwischenbilanz zieht Dr. Markus Weiß, einer der Geschäftsführer am Tyrolit-Standort Neuenrade, nach dem Großbrand an der Osemundstraße, bei dem am 17. Oktober 250 Feuerwehrkräfte im Einsatz waren. Dabei wurde die Galvanikabteilung vollständig zerstört, Teile der mechanischen Fertigung wurden in Mitleidenschaft gezogen. 

„Die Ermittlungen zur Brandursache sind noch nicht final abgeschlossen. Wir rechnen gegen Ende der Woche mit dem endgültigen Ergebnis“, berichtete Dr. Weiß. Allerdings erreichte die Redaktion frühen Dienstagnachmittag eine Mitteilung der Polizei. Darin ist von einem vorläufigen Zwischenergebnis der Sachverständigen die Rede: „Sie kommen zu dem Schluss, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit ein technischer Defekt an einem Galvanik-Becken die Brandursache war.“ 

Stahlträger muss mit Kran gesichert werden

Damit die Sachverständigen den mutmaßlichen Brandherd möglichst gefahrlos in Augenschein nehmen konnten, habe man einen Stahlträger im Gebäude mit einem Kran sichern müssen, erläuterte der Geschäftsführer. Zur Höhe des Sachschadens und den Folgekosten für das Unternehmen konnte er noch nichts Konkretes berichten: „Vieles muss noch geklärt werden.“ In der Mitteilung der Kreispolizeibehörde heißt es dementsprechend, der Sachschaden belaufe sich nach vorläufigen Schätzungen auf einen zweistelligen Millionenbetrag. 

Großbrand bei Tyrolit: Halle brennt vollständig aus

Seit Montag werde in den Hallen, in denen keine Schäden zu verzeichnen sind, wieder normal gearbeitet. „Werkzeuge für die Getriebefertigung können in Neuenrade weiter hergestellt werden“, sagte Dr. Weiß. Um Produktionsausfälle in anderen Bereichen zu kompensieren, hätten andere Werke aus der Tyrolit-Gruppe ihre Unterstützung zugesagt. 

Erste Mitarbeiter können die Arbeit wieder aufnehmen

Etwa 40 Fertigungs-Mitarbeiter hätten an der Osemundstraße bereits wieder ihre Arbeit aufnehmen können. In der Verwaltung in Neuenrade seien derzeit etwa 20 Mitarbeiter tätig. „Es gibt viel zu planen und zu organisieren“, stellte der Geschäftsführer fest. Insgesamt seien am Standort in der Hönnestadt 117 Mitarbeiter tätig. Diejenigen, die normalerweise in der Galvanik und in der mechanischen Fertigung ihrer Arbeit nachgehen, müssten momentan zuhause bleiben. Für sie sei die Lohnfortzahlung allerdings gesichert, hatte Christoph Waltl, Konzernsprecher der österreichischen Tyrolit-Gruppe, in der vergangenen Woche erklärt. Das sei so mit der Versicherung des Unternehmens ausgehandelt worden. 

Das grünlich-schillernde Löschwasser ist unter anderem stark mit Nickel belastet.

Das kontaminierte Löschwasser, insgesamt 2300 Kubikmeter, wurde in Becken in der Kläranlage Werdohl sowie in einem Regenbecken in Neuenrade zwischengelagert. Der größte Teil dieses Wassers sei inzwischen aber in sogenannte Baker-Behälter umgefüllt worden, berichtet Harro Feckler, Regionalbereichsleiter des Ruhrverbands. In diesen Tankbehälter aus Kunststoff könne die Flüssigkeit von Lastwagen transportiert und ebenfalls zwischengelagert werden. Insgesamt zehn Bakerbehälter mit einem Fassungsvermögen von jeweils 70 Kubikmetern seien befüllt worden. „Etwa 1300 Kubikmeter Löschwasser befinden sich noch in einem Betonbecken in Werdohl, das momentan nicht benötigt wird.“ Gefahr bestehe durch die Lagerung nicht, so Feckler. „Diese Becken sind absolut dicht, da kann nichts auslaufen.“

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