Neuenrader überlegen bereits

Nach Gertrüdchen: Auch Schützenfest vor Absage?

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Ob es auch 2020 ein Schützenfest in Neuenrade gibt, ist derzeit völlig offen.

Neuenrade – „Unser nächstes Festwochenende findet am letzten Wochenende im Juli statt, vom 24. bis zum 26. Juli 2020“ – so kündigt es die Neuenrader Schützengesellschaft (NSG) auf ihrer Internetseite an.

Ein Countdown zeigt die Tage, Stunden, Minuten und sogar die Sekunden bis zum Festauftakt an. Doch angesichts der Gefahr durch das Coronavirus kann augenblicklich niemand sagen, ob das Schützenfest nicht auch abgesagt werden muss – wie schon das Gertrüdchen

„Einfach tatenlos abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickelt, wäre für uns als Veranstalter falsch.“ Davon ist Björn Sip überzeugt. Der Vorsitzende der Neuenrader Schützengesellschaft verfolgt aufmerksam die Entwicklungen in Zusammenhang mit dem Coronavirus – besonders die Empfehlungen des Charité-Virologen Prof. Dr. Christian Drosten nimmt er sehr ernst. „Dr. Drosten schätzt, dass der Höhepunkt der Epidemie uns im Sommer bevorstehen könnte“, stellt Sip fest. Und: Der Virologe rate zum jetzigen Zeitpunkt ganz klar dazu, alle größeren Veranstaltungen abzusagen, die verzichtbar seien. „Dabei benennt er auch ganz konkret Schützenfeste“, unterstreicht der Vorsitzende. 

Szenarien durchspielen

Am Dienstag sei das Thema „Coronavirus und Schützenfest“ erstmals innerhalb des Vorstands angesprochen worden. „Wir haben beschlossen, uns bereits jetzt Gedanken zu machen“, sagt Sip. Auch wenn niemand wisse, wie sich die Situation in circa vier Monaten entwickelt habe, sei es auf jeden Fall ratsam, Kontakt mit weiteren Beteiligten aufzunehmen – etwa der Brauerei und dem Schausteller. „Es geht darum, Szenarien durchzuspielen und im Vorfeld zu überlegen, wie wir damit umgehen.“ Von einer Absage könne zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine Rede sein: „Es ist nichts spruchreif. Niemand kann in die Zukunft blicken.“ 

Björn Sip kündigte an, auch die Balver Schützenbruderschaften mit Informationen von Dr. Drosten versorgen zu wollen: Er werde speziell den Podcast des Mediziners mit dem Titel „Großveranstaltungen absagen“, den der NDR veröffentlicht hat, an die benachbarten Entscheidungsträger weiterleiten. 

Geschäftsführer macht sich Sorgen

Wolfram Schmitz, Geschäftsführer des Sauerländer Schützenbundes, gibt an, dass er sich durchhaus Sorgen um das Schützenwesen in den nächsten Monaten mache. „Viele kleinere Veranstaltungen sind schon abgesagt worden, zum Beispiel unsere Kreisversammlung.“ Die Sorgen seien daher absolut begründet, auch wenn die Schützensaison noch nicht begonnen habe. 

Von dem Gesundheitsrisiko einmal abgesehen, könne das Coronavirus die Vereine in finanzielle Schwierigkeiten bringen, falls Schützenfeste abgesagt werden müssen. Schmitz denkt hier an Verträge mit Zulieferern. Darum würden sich die Vereine in der Regel aber selbst kümmern, sagt er. Der Sauerländer Schützenbund kümmert sich als eine der oberen Organisationsinstanzen um die Belange von 170 000 Schützen aus den verschiedenen Vereinen. „Wenn die Schützen Sorgen haben, haben wir automatisch auch Sorgen“, so Schmitz. Gemeldet habe sich bei ihm bisher aber noch niemand. Das liege vermutlich daran, dass solche Entwicklungen in Vereinen zeitversetzt ankommen. „Die Mitglieder sorgen sich zuerst um sich und ihre Familie und dann um ihre Arbeitsstelle.“ 

Insgesamt werde Schmitz die Entwicklungen weiter verfolgen. Was die Schützenfeste und eine mögliche Absage angeht, richte man sich an die Vorgaben der jeweiligen Gesundheitsämter.

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