Nach drei Jahren: Regentschaft von Bundeskönig Hendrik Günzel endet in Medebach

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In Bad Westernkotten begann die Zeit als Bundeskönigspaar für Hendrik Günzel und Svenja Ziss im Herbst 2016. Am kommenden Wochenende geht die Regentschaft in Medebach zu Ende.

Küntrop - Für den Bundesschützenkönig Hendrik Günzel und seine Königin Svenja Ziss von der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft Küntrop sind die Tage als amtierende Majestäten gezählt.

Vom 13. bis 15. September wird beim Bundesschützenfest in Medebach ein neuer Bundeskönig ausgeschossen. Den ersten Schuss wird natürlich Hendrik Günzel abgeben – dann endet seine Amtsperiode offiziell. 

„Es war eine schöne Zeit als Bundesschützenkönig“, sagt Hendrik Günzel rückblickend. Die dreijährige Amtszeit zusammen mit seiner Königin Svenja Ziss habe er sehr genossen. Während dieser 36 Monate musste sich Günzel auf vielen Schützenfesten sehen lassen. „Im oberen Hönnetal war ich auf jedem Schützenfest. Außer in Beckum, da hatte ich leider immer einen anderen Termin“, sagt Günzel über drei Jahre, die mit Terminen ziemlich vollgepackt waren. 

Eigentlich wollte Günzel kürzer treten

Dabei hatte Günzel geplant kürzer zu treten – eigentlich. Nachdem er von 2012 bis 2016 stellvertretender Vorsitzender der Küntroper Jungschützen und damit automatisch auch im Gesamtvorstand der Bruderschaft war, legte er seinen Posten im Rahmen der Generalversammlung 2016 nieder, weil er ein Studium aufgenommen hatte. „Deshalb wollte ich keine offiziellen Aufgaben mehr ausführen“, erinnert er sich. Aber es kam anders. 

Beim Küntroper Schützenfest im selben Jahr schoss Günzel den Vogel ab und sich damit zum König der Bruderschaft. Als dieser durfte er, wie alle anderen Schützenkönige im Sauerländer Schützenbund ebenfalls, auch beim Bundesschützenfest 2016 in Bad Westernkotten mitschießen. 

Mit 22 Jahren der jüngste Bundeskönig

In Durchgang eins wird immer parallel auf drei Vögel geschossen. Diejenigen, die die Vögel aus dem Fang holen, sowie jeweils die zwei Schützen vor und nach ihnen in der Reihe, sind im Endkampf dabei. Günzel zeigte sich nach dem heimischen Festwochenende auch im Vorkampf treffsicher, schoss einen Vogel ab und sich ins Finale. Doch damit nicht genug. In der Runde der letzten 15 feuerte Günzel einen weiteren sehr gezielten Schuss ab, wurde mit damals 22 Jahren jüngster Bundesschützenkönig und Nachfolger von Marc Schmoll-Stübecke von der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft Balve. So blieb der Bundeskönigstitel im oberen Hönnetal. 

Völlig überrascht von dieser Entwicklung wurde daheim in Küntrop Günzels Königin Svenja Ziss. Plötzlich stand der Vorstand der Bruderschaft vor der Tür und teilte Ziss mit, dass sie nun auch noch Bundeskönigin sei. Zusammen mit dem Vorstand und vielen weiteren Küntroper Schützen machte sie sich sofort auf den Weg nach Bad Westernkotten, um am Abend an der feierlichen Proklamation des neuen Bundeskönigspaares dabei zu sein. „Während der Proklamation wurde es mir aber doch leicht unheimlich. Ich habe mich erstmals gefragt, was ich da eigentlich angestellt hatte“, sagt Günzel mit drei Jahren Abstand mittlerweile ganz offen. 

Zweifel schnell wieder verflogen

Doch bereits einen Tag später, als Günzel am Sonntag während des großen Festzuges mit seiner Königin auf der Tribüne stand und den vielen vorbeiziehenden Schützenbruderschaften zuwinkte, war das Grübeln wieder verschwunden. Stattdessen genoss er es fortan, für drei Jahre im Mittelpunkt zu stehen, wann immer eine Veranstaltung rund um das Schützenwesen anstand. „Es waren viele schöne Augenblicke, die ich erlebt habe. Doch das Europaschützenfest im niederländischen Leudal war für mich das absolute Highlight“, so Günzel. 

In Medebach wird Hendrik Günzel mit Svenja Ziss am großen Festzug am Sonntag teilnehmen. Mit dabei sein werden auch der Vorstand der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft Küntrop sowie das amtierende Königspaar Christian Stein und Christiane Kontowski mit ihrem Hofstaat. Begleitet werden sie vom Tambourcorps Küntrop. 

Kaiserkrone ist das neue Ziel

Das 2016er-Vorhaben, im Schützenwesen nicht mehr so aktiv sein zu wollen, hat Günzel übrigens endgültig ad acta gelegt. So plant er im kommenden Jahr beim Jubiläumsschützenfest in Küntrop, wenn die St.-Sebastian-Schützen ihr 100-jähriges Bestehen feiern, auf die Kaiserkrone zu schießen. „Ich bin eben ein echter Schützenbruder“, sagt er lachend.

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