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Nach Dachstuhlbrand: Zwölf Menschen obdachlos

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Von: Peter von der Beck

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Noch am Sonntagvormittag musste die Feuerwehr letzte Brandnester ablöschen.
Noch am Sonntagvormittag musste die Feuerwehr letzte Brandnester ablöschen. © von der Beck, Peter

Der große Dachstuhlbrand eines Wohnhauses an der Straße Im Glocken am Wochenende bedeutete nicht nur viel Arbeit für die Feuerwehr.

Auch das Ordnungsamt (zuständig für die Gefahrenabwehr) hatte alle Hände voll zu tun. Denn es galt, sich um die zwölf obdachlos gewordenen Menschen zu kümmern. Dass diese Aufgabe Amtsleiter Marcus Henninger zukam, war Zufall: Er hatte Bereitschaft. In diesem Fall war es wohl kein einfaches Geschehen.

Involviert waren schließlich zwölf verängstigte Menschen, die in der Nacht ihr Dach über dem Kopf verloren hatten. Eine Familie mit vier Kindern, zwei Pärchen und zwei Einzelpersonen. Eine besondere Situation für alle Beteiligten. Entsprechend groß war die Aufregung.

Zwei Personen bleibt nur das Übergangswohnheim

Die Feuerwehr hatte zunächst einen Bus der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) organisiert, in dem sich die Betroffenen wenigstens aufwärmen konnten und versorgt wurden. Henninger musste nun das Dutzend Menschen unterbringen. „Der Großteil war aber in der Lage, bei Verwandten und Freunden unterzukommen“, berichtet der Amtsleiter. Bei zwei Personen allerdings blieb zunächst nur die Möglichkeit, ihnen im Übergangsheim am Brunnenbach ein Dach über den Kopf zu besorgen. Dabei ist klar, dass es „keine Dauerlösung“ ist. Hinzu kommt, dass die Wohnungssituation in Neuenrade angespannt ist. Die Behörde trat dann auch vermittelnd bei Wohnungsgebern auf. Sogar Besichtigungstermine konnten angeboten werden. Die Wohnungsgesellschaft Werdohl (Woge) habe sich dabei in der Not „als sehr entgegenkommend“ gezeigt, lobte Henninger. Die Woge verfügt auch in Neuenrade über einen ordentlichen Wohnungsbestand.

Die betroffenen Menschen konnten auch Portemonnaies und Bargeld retten, waren also nicht völlig mittellos. Doch auch in dem Fall hätte die Stadt geholfen. Wie Henninger erläuterte, unterhält die Stadt für den Fall der Fälle Wohnraum. Denn Menschen werden auch aus anderen Gründen obdachlos, sagte Henninger. Auch beim Bauhof gibt es einen Bereitschaftsdienst, sodass bei der Beschaffung von Matratzen, Decken und Möbeln Hilfe geleistet werden kann. Es könne aber sein, dass man dann Dinge wie Bad oder Küche teilen müsse.

Feuerwehrchef zieht Bilanz

Bleibt noch die vorläufige Bilanz, die der Leiter der Neuenrader Feuerwehr, Karsten Runte, zieht. Er würde bei derartigen Dachstrukturen (Dachpappe mit Vollholzverkleidung) sofort Stadtalarm auslösen, weil der Personalaufwand absehbar hoch sein werde. Zudem würde er frühzeitig prüfen, ob eine Drohne nötig sei. In diesem Fall habe sich das Gerät als sehr hilfreich erwiesen, zumal die Nachrodter Wehr auch geübt in der Anwendung sei. Hier erweise sich, dass die kreisweite Vernetzung der Feuerwehren sehr vorteilhaft sei. So seien zum Beispiel die Iserlohner dankbar, wenn man als Messzug dort helfen könne. Auch habe man die Erkenntnis, dass man möglicherweise eine andere Druckzone haben müsse, wenn man je wieder in dieser Gegend – abseits von Hydranten – zu tun habe. Ansonsten sei jede Einsatzstelle anders. Diese sei schwierig gewesen – durch die Bausubstanz und die Einbettung des Gebäudes ins Gelände. Es sei auch ein enormer Aufwand gewesen. 1600 Meter dicken B-Schlauch habe man verlegt, 40 Atemschutz-Sets verbraucht und den ganzen Sonntag habe man benötigt, um wieder komplett einsatzfähig zu werden.

Seitens der Polizei gibt es noch nichts Neues: Der Brandsachverständige sei bestellt, mit weiteren Nachrichten zur Brandursache sei „frühestens Ende der Woche“ zu rechnen.

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