Verein fehlen ehrenamtliche Fahrer

Nach 25 Jahren: Bürgerbus droht das Aus

Bürgerbusfahren lohnt sich immer: Öffentlicher Personennahverkehr dient der Umwelt und zu Ostern gibt es sogar ein Ei für die Mitfahrer. Jetzt kündigt sich aber eine Fahrermangel an.
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Bürgerbusfahren lohnt sich immer: Öffentlicher Personennahverkehr dient der Umwelt und zu Ostern gibt es sogar ein Ei für die Mitfahrer. Jetzt kündigt sich aber eine Fahrermangel an.

Dem Bürgerbusverein Neuenrade mangelt es an ehrenamtlichen Fahrern. Und das könnte sich bald auf den Fahrbetrieb auswirken.

Der Vorsitzende des Bürgerbusvereins, Jürgen Hederich, verschickte unlängst eine Rundmail, in der er auf diesen Missstand hinweist. Dabei fährt der Bürgerbus – coronabedingt – ohnehin derzeit nur zwei Schichten.

Bislang habe man in den 25 Jahren Fahrbetrieb die Enden bei der Besetzung der Fahrdienste immer noch zusammenbekommen. In unregelmäßigen Abständen hätten sich immer wieder Männer und Frauen gefunden und einen Teil ihrer freien Zeit in den Dienst des Bürgerbusvereins gestellt, schreibt Hederich. Doch: Der Vorsitzende fürchtet nun um die Aufrechterhaltung des Fahrbetriebes: In letzter Zeit habe die Bereitschaft als Fahrer aktiv zu werden deutlich nachgelassen. „Es ist absehbar, dass der Fahrbetrieb nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, wenn die Fahrer, die regelmäßig und viel fahren, aus den verschiedensten Gründen ausfallen.“

Appelle an die Neuenrader

Hederich fordert die Neuenrader deshalb auf, über ein Engagement im Fahrdienst nachzudenken. „Macht Reklame in eurem Bekanntenkreis. Helft mit, dass die gute Sache ,Bürger fahren für Bürger’ am Leben bleibt“, appelliert der Vereinsvorsitzende.

Josef Brockhagen, 2. Vorsitzender des Vereins, habe mit direkter Ansprache im Verwandten und Bekanntenkreis durchaus Erfolg in der Rekrutierung neuer Fahrer gehabt. Regelmäßig habe er sich gekümmert, weil ohnehin immer wieder neue Fahrer gesucht werden müssen, wenn beispielsweise einige aus der Stammmannschaft ausscheiden.

Brockhagen ist durchaus auch dafür, mehr für den Bürgerbusverein zu werben, sich mit Bus und Fahrern öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Jürgen Hederich sieht allerdings auch ein tiefer gehendes Problem. Er konstatiert „eine mangelnde Bereitschaft sich in der Gesellschaft ehrenamtlich zu engagieren“. Für eine Fahrerrekrutierung sei eben eine direkte Ansprache bisher erfolgreich gewesen.

Deutlich weniger Fahrgäste

Das Fahrgastaufkommen ist wegen Corona erheblich gesunken. „Anfangs hatten vor allem die älteren Fahrgäste Angst.“ Auch die Reduzierung um eine Schicht habe zum Fahrgastschwund beigetragen. Der Bürgerbus ist nicht nur eine Linie für Ältere. Auch die ganz Jungen fahren mit dem Bürgerbus. In Neuenrade gibt es die Kindergartenlinie. Zwischen 7 und 8.40 Uhr werden die Kinder in der Regel per Bürgerbus zu den Kitas gefahren. Die Kinder werden von der nächsten Haltestelle in der Nähe der Wohnung abgeholt und sicher zum Kindergarten gebracht. Ebenso zuverlässig erfolge am Mittag in der Zeit von 12 Uhr bis 13.20 Uhr die erforderliche Rückfahrt vom Kindergarten bis zum vereinbarten Haltepunkt in der Nähe der Wohnung. Auch Schulkinder können – nach Anmeldung – mitfahren, erläuterte Josef Brockhagen.

Um Bürgerbusfahrer zu werden, sind ein polizeiliches Führungszeugnis und eine ärztliche Untersuchung erforderlich, um den Personenbeförderungsschein zu bekommen. Die anfallenden Kosten trägt der Bürgerbusverein. „Bevor es dann erstmals hinter das Steuer des Kleinbusses geht, folgt noch eine Einweisung durch die Märkische Verkehrsgesellschaft und geübte Fahrer“, sagte Brockhagen.

Weitere Informationen bei Jürgen Hederich unter Tel. 02392/60858.

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