Mindestens eine schwarze Null

MVZ: Top-Performance schon im ersten Jahr

Höchstes Lob gab es für Michael Beringhoff. Der Medizinischen Leiter hat gut gewirtschaftet.
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Höchstes Lob gab es für Michael Beringhoff. Der Medizinischen Leiter hat gut gewirtschaftet.

Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Neuenrade wird schon jetzt als Erfolgsgeschichte angesehen. Bereits im ersten Jahr des Bestehens rechnen die Verantwortlichen mit einer schwarzen Null und möglicherweise gar mit einem kleinen Gewinn – und das auch noch unter Corona-Bedingungen.

Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) berichtete im Rahmen der MVZ-Verwaltungsratssitzung am Mittwochabend zudem, dass eine Stadt im Raum Hannover „unser System komplett übernehmen“ wolle. Zitiert wurde auch Gesundheitsökonom Matthias Meister, der dem Neuenrader MVZ vor allen anderen Einrichtungen dieser Art die beste Performance bescheinigt habe. Höchstes Lob gab es für Michael Beringhoff, medizinischer Leiter der Einrichtung.

Eine entsprechende Bilanz für das vergangene Jahr konnte allerdings noch nicht vorgelegt werden, denn die konkreten Abrechnungen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) liegen noch nicht vor. Die Kasse leistet immer Abschlagszahlungen, die tatsächlichen Summen, die teils Nachzahlungen enthalten, kommen erst mit monatelanger Verzögerung.

Gewinn im fünfstelligen Bereich erwartet

MVZ-Vorstand und Stadtkämmerer Gerhard Schumacher: „Die letzte Quartalsabrechnung kommt erst im April.“ Gleichwohl liegen Daten vor, welche die optimistische Betrachtung für das erste Jahr rechtfertigen. So gab es für das dritte Quartal eine Nachzahlung über 31 000 Euro. Für das vierte Quartal wird Ähnliches erwartet. Schumacher: „Am Ende wird es vielleicht einen kleinen Gewinn im fünfstelligen Bereich geben. Oder eben eine Schwarze Null.“ Für Bürgermeister Wiesemann ist die schwarze Null „schon ein enormer Erfolg für ein gerade gestartetes Unternehmen“. „Es ist super, dass es schon im ersten Jahr so ein Ergebnis gibt.“ Der Bürgermeister verwies dabei auf die Kritik, die es vor MVZ-Gründung seitens der Opposition gegeben habe. Einen Punkt, den auch CDU-Vorsitzender Marcus Dunker bei der Verwaltungsratssitzung erwähnte.

Bernhard Peters spricht von „gelungenem Start“

Bernhard Peters, Vertreter der Freien Wähler, jedenfalls freute sich „über den gelungenen Start“. Er habe zudem gehört, dass die beiden Ärztinnen sehr gut bei den Patienten ankämen. Gut sei auch, dass das MVZ Ende des Jahres in die neue Erdgeschoss-Praxis mit mehr Fläche Hinterm Wall umziehe. Der Bürgermeister sagte noch: „Ich hoffe, dass wir dann auch so weit sind.“

MVZ: Umzug Ende 2021

Der aktuelle Standort des Medizinischen Versorgungszentrums an der Zweiten Straße war im Vorfeld der Standortsuche wegen der unzureichenden Barrierefreiheit und der Parkplatzsituation kritisiert worden. Die jetzige Adresse wird „als Keimzelle“ behandelt. Der Umzug in das Erdgeschoss eines Neubaus Hinterm Wall, barrrierefrei, mit erstklassiger technischer Infrastruktur und rund 230 Quadratmeter Fläche, ist für Ende 2020 geplant.

Auch die Arbeit des MVZ unter Corona-Bedingungen war Thema. CDU-Mann Dominic Troilo fragte nach. In der Tat gebe es weniger Patienten, hieß es. Ohne Corona hätte man sicher „200 Patienten pro Quartal mehr“ gehabt, sagte Schumacher. Beringhoff betonte, dass man das nur vermuten könne, verwies aber auf Zahlen der KV. Demnach wären es sicher „zehn bis 15 Prozent“ mehr Patienten gewesen.

Patientenmäßig noch deutlich Luft nach oben

Kritisch blickte SPD-Mitfraktionschef Thomas Wette auf die Szenerie des Wirtschaftsplanes: Ihm war die recht kleine Lücke zwischen Personalaufwand und Umsatz aufgefallen. Schumacher verwies darauf, dass bei dem Wirtschaftsplan 2021 „schon jetzt der Personalbestand für die größere Praxis“ hergestellt sei, ließ aber auch nicht die höhere Miete unerwähnt. Patientenmäßig sei deutlich Luft nach oben, hieß es vom Vorstand und dass nicht nur wegen Corona. Marcus Dunker wies noch einmal auf die höhere Produktivität hin.

Obwohl das Medizinisches Versorgungszentrum wohl zum Ende des Jahres umziehen wird, lässt man Investitionen am Altstandort nicht außen vor: Es gibt eine neue Telefonanlage mit wesentlich mehr Kapazität. Es hatte zuvor Ärger mit der Technik gegeben.

15.000 Euro für neue Software

Im Wirtschaftsplan 2021 wird zunächst im Erfolgsplan mit einem Verlust in Höhe von rund 40 000 Euro gerechnet. Das liege an der „sehr vorsichtigen Kalkulation hinsichtlich der Erlöse“ aber eben auch am Personalbestand, der – wie erwähnt – schon auf die größere Praxis ausgelegt sei. Außerdem gebe es noch eine Investition in Höhe von 15 000 Euro für neue Software. Auch müsse der Personalzuschuss der KV berücksichtigt werden, der zunächst als Darlehen verbucht worden sei, nach drei Jahren aber aufgelöst werden müsse.

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