Mutmaßlicher Heroin-Dealer in Unna vor Gericht

Symbolfoto.

Neuenrade/Unna - Mehrfach soll ein 37-jähriger Neuenrader in Unna mit Heroin gehandelt haben. Bei seinen illegalen Geschäften geriet er offenbar auch an einen Scheinkäufer der Polizei. Ferner wird ihm vorgeworfen, seine Vorräte aufgefrischt zu haben. Vor dem Amtsgericht Unna räumte er am Freitag einen Teil der Taten ein. Das Gericht gab ihm Zeit zum Nachdenken.

Insgesamt werden dem bereits umfangreich und einschlägig vorbestraften Neuenrader im Zeitraum zwischen August und September vergangenen Jahres zehn Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz zur Last gelegt.

In acht Fällen, so die Anklage, veräußerte er zwischen 0,2 und knapp 20 Gramm an seine Abnehmer – unter anderem in der Toilette eines Zuges auf der Fahrt von Menden nach Unna. Mal erschien er demnach bei den Übergaben persönlich, mal übernahm wohl ein „Läufer“ die Abwicklung der Deals für ihn.

Dass er in die eine Ermittlungsfalle gelockt werden könnte, schwante dem Neuenrader sicherlich nicht. Mehrfach, so der Vorwurf, machten er oder sein mutmaßlicher Handlanger vermeintliche Geschäfte mit dem Scheinkäufer der Polizei. Darüber hinaus wird dem 37-Jährigen zur Last gelegt, Heroin erworben zu haben – in einem Fall 28 Gramm bei einem Dortmunder Dealer und bei anderer Gelegenheit Stoff für 37 Euro bei einer Lieferantin.

Vor dem Unnaer Amtsgericht konnte sich der Mann mit bewegter Vergangenheit am Freitag lediglich zu einem Teilgeständnis durchringen. Passend dazu fehlten die Zeugen zu den Fällen, die er bestritt.

Das Verfahren wurde ausgesetzt und Richter Jörg Hüchtmann redete Tacheles. Der Neuenrader solle demnach die Zeit, bis sein Prozess neu aufgerollt werde, dann auch nutzen, um seine Einlassung zu überdenken und bei der Polizei weitere Angaben über Lieferanten und Kunden zu machen.

Sollten diese Angaben dann einer Überprüfung standhalten, könne der 37-Jährige damit quasi einen Kronzeugenstatus erhalten. In dem Fall und bei Einräumen aller Taten, an denen er auch tatsächlich beteiligt gewesen sei, wäre eine Bewährungsstrafe überhaupt erst im Bereich des Möglichen.

Von Silvia Mönnig

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