Müllkaskade an der B229

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Unterhalb des Mülleimers ergießt sich der Müll wie eine Moräne in den Wald. ▪

NEUENRADE ▪ Da war selbst der vielgereiste Lastwagenfahrer, der so manchen Rastplatz kennt, amüsiert-erschüttert: „Ich habe das mit Staunen gesehen“. Industriemüll wie Schleifbänder, aber auch ausgediente Korbwaren, Altreifen, Windeln, Plastikeimer, zig Säcke mit Haushaltsmüll, eine Autobatterie, Bierbüchsen, oder Fastfoodreste. Es ist eine Kaskade aus Zivilisationsmüll die sich von der Mülltonne am Parkplatz in den abschüssigen Hang hinein ergießt.

Teilweise sind Bäume und Sträucher schon eine unfreiwillige Symbiose mit dem Müll eingegangen. Etwas weiter oberhalb kapitulieren die Büsche allerdings vor dem Gewebe eines alten Bodenbelags. Und es stinkt.

Bei Straßen NRW kennt man den Müllparkplatz der an der B229 im Grenzgebiet zwischen Neuenrade und Werdohl liegt („Das sieht ja schon traurig aus“). Und man schätzt das Müllvolumen auf mindestens zehn Kubikmeter. Autofahrer, die dort ein Päuschen machen, haben eine Erklärung dafür. Schuld sei doch die Stadt Neuenrade, welche die Müllentsorgung doch nach Gewicht abrechnen würde. Wer nun beispielsweise einen hohen Bedarf an Windeln habe, der suche sich andere Wege der Entsorgung. Das seien öffentliche Papiereimer, wie jener hier. Nach und nach entwickele sich dann eben so ein Abladeplatz.Wer nun für die Entsorgung zuständig ist, scheint nicht so ganz klar. Straßenbaulastträger ist Straßen NRW. Und deren Sprecher, Michael Overmeyer, meint, dass seine Behörde nur für den Müll auf dem Parkplatz zuständig sei. Hinter der Leitplanke sei der Grundstückeigentümer verantwortlich. Das sei vermutlich der Kreis oder eine Kommune. Zumindest liegt das Grundstück unterhalb der Leitplanke des Parkplatzes auf Werdohler Stadtgebiet. Wie man der illegalen Müllentsorgung dort Herr werden will, weiß niemand so recht. Bei Straßen NRW sagt Sprecher Overmeyer: „Da kann man nichts machen“. Ein Zaun sei auch keine Lösung, das habe andernorts auch schon nicht gefruchtet. Overmeyer hält eine konzertierte Aktion für geboten. „Da muss man sich zusammensetzen“.Gleichwohl: Wer erwischt wird, für den wird es richtig teuer: Kühlschränke oder Waschmaschinen werden mit bis zu 300 Euro geahndet und das Wegwerfen einer Dose wird mit 25 bis 80 Euro berechnet. Die leere Kippenschachtel kostet zwischen zehn und 25 Euro. ▪ Peter von der Beck

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