Verwaltungsrat kann Montag zustimmen

Müllgebühren stehen fest

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Müllentsorgung ist in Neuenrade derzeit ein großes Thema: So soll es jedenfalls nicht sein.

Neuenrade - Das Neuenrader Müllsystem wurde vom Wiegesystem auf eine Volumen-System umgestellt. Jetzt stehen die Gebühren fest, welche die Verwaltung der Stadtwerke erarbeitet hat und nun öffentlich präsentiert.

Dabei bleibt zumindest eine Sache beim alten. Die Firma Remondis ist weiterhin an Bord. Sie hat die europaweite Ausschreibung für sich entscheiden können und wird weiterhin für die Stadt Neuenrade tätig sein. 

Überlegungen die Müllentsorgung selber zu übernehmen

Der Markt für die Müllentsorgung scheint dabei übersichtlich zu sein. Außer Remondis gab es nur einen weiteren Bewerber – ebenfalls aus Deutschland. Auch vor diesem Hintergrund hatte die Neuenrader Verwaltung durchaus überlegt, die Sache mit der Müllentsorgung selbst zu betreiben. 

Ein Gutachten der Kommunal-Agentur hatte Zahlen präsentiert, die das attraktiv erscheinen ließen. Letztlich scheiterte es an den für eine Kleinstadt der Größenordnung Neuenrades zu hohen Grundkosten, erläuterte Neuenrades Kämmerer Gerd Schumacher, gleichzeitig im Vorstand der Stadtwerke. 

Nachdem nun die ersten Infoschreiben an die Bürger rausgeschickt waren, gab es demnach jede Menge Reaktionen von den Bürgern, berichtete Schumacher gestern auf Nachfrage. So hätten Bürger vorgerechnet, wie viel oder besser gesagt, wie wenig Müll sie verbrauchen würden und eine entsprechende Berücksichtigung gefordert. 

Schumacher musste dann jedesmal mitteilen, dass eine derartige Individualisierung nicht möglich sei. Viele Bürger jedenfalls hätten gerne das alte System behalten, formulierte Schumacher seinen Eindruck. 

Gebührensatzung steht

Nun, nach viel Mehrarbeit durch die Mitarbeiter der Stadtwerke, steht die Gebührensatzung. Richtwert bei Restmüll sind 10 Liter pro Person pro Woche. Was an Kosten für eine vierköpfige Familie entsteht, haben Schumacher und Co. beispielhaft errechnet. Demnach ergibt sich für diese Familien-Größenordnung bei Nutzung der Restmüll- und Biotonne ein monatlicher Betrag von 23,20 Euro. Damit liege man unter den monatlichen Kosten vergleichbarer Kommunen, sagte Schumacher. 

Wichtig ist hierbei auch der Abfuhrrhythmus. Die 80-Liter-Biotonne wird alle 14 Tage geleert, die Restmülltonnen werden allerdings nur alle vier Wochen abgeholt. Und es gibt noch eine Höchstmenge an Gewicht, die nicht überschritten werden darf (20 Kilogramm pro 40-Liter-Behälter). Gebührenpflichtig sind Eigentümer der an die Abfallentsorgung angeschlossenen Grundstücke. 

Hinzu kommen noch Erbbauberechtigte oder Wohnungseigentümer. Natürlich gibt es weitere Gebühren: So wird die Entsorgung von Sperrmüll in Neuenrade künftig nach Kubikmeter abgerechnet. Dabei entscheidet der Abholer/ Entsorger nach Augenschein über das Volumen. „Zur Feststellung der Menge an Sperrgut erfolgt eine angemessene Schätzung des Fahrers bei Abholung“. Bei Anlieferung schaut sich der diensthabende Mitarbeiter am Bringhof die Menge an und schätzt. 

Der Preis für den Kubikmeter Sperrmüll beträgt zehn Euro bei Eigenanlieferung, bei Abholung kostet der Kubikmeter 15 Euro. Wer Elektroschrott am Bringhof entsorgt zahlt nichts, wer den alten Kühlschrank abholen lässt, der ist mit 11,50 Euro dabei. Bauschutt und dergleichen kostet bei Ablieferung am Bringehof bei Kleinmengen (250 Liter) 12 Euro, eine Pkw-Ladung kostet 24 Euro und die Ladung eines Pkw-Anhänger oder Kleintransporters schlägt mit 96 Euro zu Buche. 

Gerade bei Sperrmüll gibt es einen eklatanten Unterschied zu Systemen bei Nachbarkommunen. Im Bereich des Zfa (Zweckverband für Abfallbeseitigung, zu dem Balve, Werdohl oder Iserlohn gehören, oder auch in Lüdenscheid wird Sperrgut kostenfrei abgeholt, gleiches gilt für Elektrogeräte. 

Und: Restmüll wird häufiger – alle 14 Tage – abgeholt. Wie dem auch sei: Schumacher und Co. müssen Erfahrungen sammeln und gegebenenfalls nachbessern – Erfahrungswerte gibt es in Neuenrade ja noch nicht.

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