Die Motte: Historisches Kultur-Objekt

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Projektbeauftragter Klaus Peter Sasse vor der Motte

Neuenrade -  Das Leader-Projekt Küntroper Motte steht vor der Vollendung. Die Motte wird außerschulischer Lernort und Startpunkt eines Geschichtspfades.

Die Konturen dieses Kulturprojektes sind schon deutlich zu erkennen: Ein kleiner Weg mit rechtwinkliger Abzweigung nach Art früherer Schlossgärten, eingefasst mit Hecken, das Areal selbst mit Bäumen abgegrenzt und über allem thront die Turmhügelburg – die Küntroper Motte.

 Es fehlt nur noch das schmiedeeiserne Kunstwerk-Ensemble auf dem Motte-Vorplatz, das derzeit in einer Werdohler Kunstschmiede nach Lizenz und Vorlage des Altenaer Mittelalterexperten und Künstlers Karsten Wolfewicz gefertigt wird. Nach Installation des Ensembles ist der wichtige Startpunkt eines Geschichtspfades mit mehreren Stationen durch die Grafschaft Arnsberg mit einer ganzen Reihe von historischen Kulturpunkten dann fertig. Die Wolfewicz-Installation soll mehr als fünf Meter Durchmesser haben. Schilder und Schwerter sollen symbolisch die Landschaft zwischen Rhein, Lippe, Ruhr und Lenne darstellen und die damaligen Machtzentren aufzeigen.

Das Kunstwerk an der Motte soll identifikationsstiftend sein. Es gehe darum, jemandem in drei Schachzügen klar zu machen, wer die Märker eigentlich seien, sagte Wolfewicz seinerzeit in einem Gespräch.

Unabhängig davon wird die Küntroper Motte natürlich auch im Innern noch besser hergerichtet, damit sie als geschichtlicher Lernort vor allem für Kinder und Jugendliche ihre unterhaltsame und vor allem lehrreiche Rolle weiter entwickeln kann. Ein Lernort ist sie schon jetzt – aber mit den Mitteln aus dem Leader-Programm der EU und der Bürgerstiftung wird sie zu einem veritablen Schmuckstück. Was das Lehrreiche anbelangt, so haben unter anderem der Balver Hans Cramer und Klaus Peter Sasse schon so machen Trupp Kindergartenkinder durch die Motte geführt und den Kleinen das Mittelalter näher gebracht. Nun wissen die Kinder wie man ohne Strom und mit Klo ohne Wasserspülung klarkommt.

Auch kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen von Geschichten und Sagen wurden hier schon geboten und sind in Planung. Für die Aufwertung im Inneren hat Sasse unter anderem schon eine Ritterrüstung bestellt, Informationskarten wird es geben, eine Leinwand für Filmvorführungen. Laptop und neue Lichttechnik gibts auch noch.

Ohnehin gibt es nebenbei in der Motte auch immer mal wieder Ambiente-Trauungen. Kein Zweifel, die Turmhügelburg ist schon jetzt ein Kulturobjekt, das mit Leben erfüllt ist. Die Vernetzungen sind jetzt schon fantastisch: Hinter der Bretter-Palisade gibt es eine versenkbare Vogelstange für die Küntroper Schützen, die neu gepflanzten Bäume stammen aus einer Ausgleichsmaßnahme im Dorf.

 Projektträger ist übrigens die Bürgerstiftung Neuenrade. Finanziert wird das Vorhaben mit erstaunlichen 65 Prozent (Sasse: „Wo gibt es das heute noch?“) aus den Leader-Mitteln der EU. Den Eigenanteil in Höhe von 35 Prozent trägt eben die Bürgerstiftung, „welche sich ausschließlich aus Spendenmitteln finanziert“, wie Klaus Peter Sasse erläuterte. Sasse ist der Beauftragte für das Projekt im Namen der Bürgerstiftung.

Auch Marco Voge, CDU-Landtagsmitglied, war bei der Präsentation dabei: Nicht ohne Grund. Er werde daraus einiges nach Düsseldorf mitnehmen, sagte der Abgeordnete. Am Rande des Termins war im Zuge der behördlichen Begleitung von Leader verstärkt das Thema Bürokratie aufgekommen. Auf manche, mit Behörden nicht unbedingt vertraute Ehrenamtliche, könnten die mehr als umfassenden Anforderungen Vorschriften und Formulare abschreckend wirken und zur Aufgabe von Projekten führen. Es kam zur Sprache, dass in anderen Regionen Deutschlands die Leader-Abwicklung besser funktioniere. Voge wird das weitergeben.

Von Peter von der Beck

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