Motivation zählt besonders

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Kurt Peter Schütze (re.) lobt das soziale Engagement der Firma Tyrolit.

NEUENRADE ▪ Während sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter verbessert, machte Michael Stechele, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Iserlohn, auch eine unangenehme Entwicklung aus. Die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten ist um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. 1221 Menschen mit Schwerbehinderung sind im Kreis ohne Arbeit. Im Vorkrisenjahr waren es noch 950.

Für Stechele nicht immer verständlich: Die Schwerbehinderten würden ein erhebliches berufliches Potenzial haben. Hinzu komme eine besondere Motivation, eine hohe Leistungsbereitschaft. Das Potenzial sollten sich die Unternehmen nicht entgehen lassen – auch angesichts der demographischen Entwicklung.

Und Stechele betonte, dass eine Schwerbehinderung nicht immer angeboren sei: „Es kann jeden treffen“. Der Herzkranke, der Diabetiker oder jemand, der einen Freizeitunfall erlitten habe, falle plötzlich unter diese Kategorie. Dann gelte es den Arbeitsplatz zu erhalten oder wenn das nicht möglich sei, einen neuen zu finden. Bei der Agentur für Arbeit gibt es Spezialisten, die sich hier intensiv kümmern können, die zu den Betrieben kommen, beraten und vermitteln. Zudem biete die Arbeitsagentur viele finanzielle Unterstützung an. Sei es Probebeschäftigung, Ausbildungszuschuss oder Arbeitshilfen. Das kompensiere sicherlich die längeren Kündigungsfristen oder höheren Urlaubsanspruch.Stechele präsentierte all die Daten gestern bei der Neuenrader Tyrolit GmbH & Co. KG. Nicht ohne Grund: Denn bei Tyrolit arbeitet Kurt Peter Schütze, der trotz seiner Schwerbehinderung bestens ins Unternehmen passt. Er war auf Empfehlung gekommen und hatte einen guten Eindruck gemacht, die Motivation war da. Schütze trug noch Laufschienen an seinen ersten Arbeitstagen.

Schütze ist jedenfalls voll den Lobes über die Personalpolitik des Unternehmens und freut sich, dass er einen Glücksgriff gemacht habe. „Das ist eine super soziale Firma. Hier gibt es umsonst Mittagessen und wenn man ein Problem hat, wird einem geholfen“. Wenn er merke, dass er aufgrund seiner Behinderung etwas Ruhe benötige, dann sage er Bescheid und werde auch aus der Schusslinie genommen. „In der Firma kann ich alt werden“, sagte Schütze.Es ist ein Geben und Nehmen. Geschäftsführer Bernd Heinrich betonte: Und weil man sich auch für die Mitarbeiter, wenn es denn machbar sei, engagiere, würden sie das mit guter Leistung zurückzahlen.Tyrolit beschäftigt um die 100 Mitarbeiter am Standort Neuenrade und stellt unter anderem Verzahnungswerkzeuge her. ▪ Peter von der Beck

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