In Neuenrade

Moscheekauf: Diese Gerücht räumt der Bürgermeister aus

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Die Stadt hat die derzeitige Moschee für 300 000 Euro gekauft. Ein Haus-Ensemble gehört auch noch dazu.

Neuenrade – Es gibt in jeder öffentlichen Sitzung von Rat und Ausschüssen die Rubrik Einwohnerfragestunde. Gelegentlich nutzt ein Bürger die Möglichkeit. Meist geht es um Dinge, die die jeweiligen Bürger betreffen oder eben bewegen.

Beim jüngsten Bauausschuss meldete sich nun ein Bürger, der wissen wollte, „wie viel die Stadt denn angelegt hat, um das alte Moscheegebäude zu kaufen“. Außerdem fragte er nach den Mieteinnahmen und er verwies noch auf die Altlasten der Tankstelle. Da sei doch alles verseucht und da mache die Stadt sicher noch mehr Minus. Und er erwarte da eine Antwort im Sinne der Transparenz. 

Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) reagierte zunächst zurückhaltend auf die Fragen: Das seien alles Vertragsinhalte und da könne er keine konkreten Zahlen nennen: „Über Vertragsinhalte dürfen wir nicht sprechen.“ Bauamtsleiter Marcus Henninger sagte, dass der Kaufpreis angemessen sei. Zudem gebe es einen Altlastenrückbau, an dem sich der Käufer beteiligen werde. Zudem hieß es, dass nach einem Zeitfenster „eine angemessene Miete“ gezahlt werde. 

900.000 Euro als Gerücht

Der Bürger nannte dann die Zahlen, welche gerüchteweise kursieren. Demnach hätte die Stadt 900 000 Euro an die Türkisch-Islamische Gemeinde gezahlt. Ohne zunächst Zahlen zu nennen, mussten die Vertreter der Verwaltungsspitze schmunzeln, während der Bürgermeister den Raum verließ. Als er wieder hereinkam, nannte er die Zahlen. Er hatte beim Vorsitzenden des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Neuenrade und Umgebung, Hamit Yilmaz, nachgefragt, ob er Zahlen nennen könne. Der hatte nichts dagegen. So verkündete Bürgermeister Wiesemann, dass die Stadt für die Moschee in der ehemaligen Tankstelle plus Nebengebäude (Häuser) an der Bahnhofstraße 33 bis 39 300 000 Euro bezahlt habe. Das sei ein angemessener Preis. Zudem werde die Miete nach einer Übergangszeit – „da gibt es ein Zeitfenster“ – 3200 Euro pro Monat betragen. Auch dieser Mietpreis sei angemessen, hieß es von der Verwaltung. 

Die anwesenden Ausschussmitglieder und die Spitzen der Stadtverwaltung zeigten sich erstaunt, was an Gerüchten in Neuenrade zu dem Thema kursiert. 

Muezzin-Frage beschäftigt Neuenrader

Auch die Muezzin-Frage kam auf. Hintergrund war, dass offenbar Neuenrader befürchten, dass künftig, wenn die neue Moschee gebaut sei, fünf mal täglich der Weckruf von den Minaretten erschalle. 

Es gab zudem Irritationen, weil eben Hamit Yilmaz öffentlich gesagt hatte, dass er das nur für seine Amtszeit ausschließen könne. Möglicherweise würden die Nachfolger anders damit umgehen. Auch das schien ein Missverständnis zu sein. Laut Bürgermeister ist das „für die neue Moschee vertraglich geregelt“. Der CDU-Vorsitzende Marcus Dunker sagte, „Akustik am Minarett“ sei nicht zugesagt. Das müsse neu beantragt werden. 

"Jungen Leute haben das Minarett in der Tasche"

Salim Kuzu, Rats- und Ausschussmitglied für die CDU, ergänzte zudem, dass es heutzutage eine App zum Beten gebe. „Die jungen Leute haben das Minarett in der Tasche“. Zudem hatte Hamit Yilmaz bei einem Vortrag vor der FWG-Versammlung gesagt, dass der Gebetsruf per Lautsprecher aus Lärmschutzgründen ohnehin nicht realistisch sei.

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