Auch die Kosten steigen

Moscheebau verzögert sich weiter: Das sind die Gründe

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Das Gelände muss erst durch einen Spezialisten für den Moscheebau hergerichtet werden.

Neuenrade – Rückschlag für die türkisch-islamische Gemeinde beim Moscheebau. Eigentlich sollte der Bau schon längst gestartet sein. Doch auch die Corona-Pandemie bescherte den Bauherren nach Erhalt der Baugenehmigung Verzögerungen.

Jetzt gibt es ein weiteres unvorhergesehenes Problem, das den Baustart der Moschee hinauszögert und zusätzliche Kosten verursacht. 

Wie Hamit Yilmaz, Moschee-Beauftragter des Türkisch-islamischen Kulturvereins Neuenrade und Umgebung, auf Nachfrage der Redaktion erläuterte, müsse auf dem Grundstück am Schöntaler Weg zunächst der Untergrund „mit einem speziellen Tiefbauverfahren“ hergerichtet werden. Der Untergrund ist offenbar zu locker. 

Verbesserung des Untergrundes

Der Verein holte sich von Spezialisten Angebote ein und entschied sich in der vergangenen Woche für ein Unternehmen. Zuletzt habe es eine Ortsbesichtigung gegeben. Yilmaz: „Der Unternehmer benötigt nun zwei Wochen Vorlaufzeit.“ In gut zweieinhalb Wochen könne man dann mit der Verbesserung des Untergrundes beginnen. Leider koste die Angelegenheit zusätzlich, sagte Yilmaz. Der Kostenrahmen bewege sich „im oberen fünfstelligen Bereich“. 

Hamit Yilmaz ist dennoch weiterhin guten Mutes das Großprojekt voranzubringen: „Der Wille und der Glaube sind da.“ 

Unterstützung durch den Verein "Emug"

Es ist in der Tat kein kleines Projekt, das der türkisch-islamische Verein mit dem Moschee-Beauftragten Yilmaz stemmen will. Yilmaz, zuvor Vorsitzender, kümmert sich ausschließlich um das Projekt. Organisatorisch-baurechtlich begleitet wird das Unterfangen vom Verein „Emug – Europäische Moscheebau Unterstützungsgemeinschaft“. Das ist ein Dachverband für rund 600 Gemeinden in Europa. Man versteht sich als Dienstleister für die jeweiligen Moscheegemeinden. Die Emug steht Mili Görüs nahe, eine Religionsgemeinschaft, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, weil sie unter anderem die westliche durch die islamische Zivilisation ersetzen wolle. Dabei setze Mili Görüs ausschließlich politische Mittel ein, heißt es von Verfassungsschutz-Seite 

Die Moschee mit geschätzten Baukosten von 1,5 bis 2 Millionen Euro wird von den Gemeindemitgliedern durch Spenden finanziert, durch Eigenleistung beim Bau des Objektes, durch angesparte Mittel und durch den Verkauf des bisherigen Moscheegebäudes an der Bahnhofstraße für 300 000 Euro an die Stadt. Grund für den Bau der neuen Moschee ist, dass das bisherige Objekt nicht mehr für die wachsende Gemeinde ausreicht. Insbesondere rund um das Freitagsgebet werden Parkplätze knapp. 

Platz für bis zu 500 Menschen

Der damalige Vorsitzende und jetzige Moschee-Beauftragte Hamit Yilmaz hat das Bauvorhaben bei Vereinen und Institutionen vorgestellt, um die Akzeptanz zu erhöhen. Die Moschee soll Platz für 500 Menschen bieten. In dem Gebäude sind auch Schulungs- und Seminarräume geplant. Die Europäische Moscheebau-Unterstützungsgemeinschaft mit Sitz in Köln wird auch als Besitzerin des Grundstücks am Schöntaler Weg im Grundbuch eingetragen. Der Moscheebau wird von einigen Bürgern wegen der Dimensionen sehr kritisch gesehen. Die Gemeinde ist Kompromisse eingegangen. Die Minarette seien ein Bauelement, es gebe keinen Gebetsruf. 

Baubeginn sollte im Frühjahr sein, coranabedingt gab es allerdings erhebliche Verzögerungen.

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