Arbeiten könnten bald beginnen

Moscheebau in Neuenrade: Kreis gibt grünes Licht

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Die neue Moschee in Neuenrade soll auf dieser Fläche zwischen dem Schöntaler Weg und der Industriestraße gebaut werden. Die erforderliche Genehmigung hat der Märkische Kreis mittlerweile erteilt.

Neuenrade – Ein besonderer Tag für die Islamische-Gemeinschaft: Die Baugenehmigung für die Moschee, die auf einem Grundstück zwischen dem Schöntaler Weg und der Industriestraße gebaut werden soll, ist am Mittwoch durch den Märkischen Kreis erteilt worden.

Das hat Kreispressesprecher Hendrik Klein der Redaktion mitgeteilt. 

Hamit Yilmaz, Vorstandsmitglied des Türkisch-islamischen Kulturvereins Neuenrade und Umgebung, war erfreut, „dass wir nun bald loslegen können“. Momentan warte er noch auf das Dokument, das täglich mit der Post eintreffen könne. „Sobald wir die Baugenehmigung vorliegen haben, können wir entscheiden, wie es weitergeht“, sagte er. 

Statik wird in Auftrag gegeben

Für den Fall, dass noch Änderungen notwendig seien, müsse der Plan zügig überarbeitet werden. Sollte das nicht der Fall sein, werde er Umgehend die Berechnung der Statik in Auftrag geben, so Hamit Yilmaz. Anschließend werde er zeitnah Angebote verschiedener Handwerker einholen, „damit es mit dem Bau so schnell wie möglich losgehen kann“. Wann das der Fall sein könnte, vermochte das Vorstandsmitglied noch nicht zu sagen. 

Dass sich auf dem Grundstück bald etwas tut, wünschte sich auch Neuenrades Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU). „Denn wir haben uns ja bekanntlich von Anfang an aus städtebaulicher Sicht für den Bau der Moschee ausgesprochen. Wir haben eine Lösung für die Stadt gesucht“, erinnerte Wiesemann. Die Verkehrssituation an der Bahnhofstraße und am Friedhofsweg, dem aktuellen Moschee.Standort, müsse sich so bald wie möglich ändern, insbesondere auch die Parkplatzsituation, stellte der Bürgermeister fest. 

Bürgermeister hofft auf schnellen Baubeginn

Die Verantwortlichen des Türkisch-islamischen Kulturvereins hätten im Vorfeld angekündigt, möglichst noch im Frühjahr mit den Bauarbeiten beginnen zu wollen – sofern die Genehmigung vorliege. „Wir wären froh, wenn es kommen würde“, unterstrich Wiesemann. 

Bettina Griesenbruch, Sprecherin der „Bürgerinitiative Neuenrade – Großmoschee verhindern“ zeigte sich wenig überrascht von der Neuigkeit aus dem Kreishaus. „Wir wussten, dass die Baugenehmigung erteilt wird. Das war zu erwarten“, so Griesenbruch. 

So soll der Neubau in Neuenrade auf dem Grundstück zwischen Schöntaler Weg und Industriestraße aussehen.

Die Bürgerinitiative plane keine weiteren Schritte, sagte die Neuenraderin. „Einerseits würde es ohnehin nichts bringen, Rechtsschritte einzuleiten; andererseits sind wir als Bürgerinitiative zu klein dafür“, erklärte Griesenbruch. Abschließend stellte sie fest: „Wir sind lupenreine Demokraten und akzeptieren diese Entscheidung.“

Zuvor hatte die Initiative versucht den Bau zu verhindern, hatte unter anderem eine Demonstration mit Pegida-Aktivist Michael Stürzenberger und einen Informationsabend veranstaltet.

Die geplante Moschee (geschätzte 1,5 bis 2 Millionen Euro Baukosten) soll Platz für 500 Menschen bieten. In dem Gebäude sind auch Schulungs- und Seminarräume geplant. Finanziert wird der Neubau aus Spendengeldern, aber auch aus dem Verkauf des bisherigen Moscheegebäudes für 300 000 Euro an die Stadt. Die Europäische Moscheebau-Unterstützungsgemeinschaft mit Sitz in Köln managt den Bau der Moschee und wird auch als Besitzerin des Grundstücks am Schöntaler Weg im Grundbuch eingetragen.

Mehr zum Streit in Neuenrade um den Moscheebau lesen Sie hier.

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