Große Solidarität

Moscheebau in Neuenrade: 430.000 Euro an Spenden in nur zwei Tagen

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Via Hasenat TV wurde an nur zwei Tagen rund 430.000 Euro an Spendengeld für den geplanten Moscheebau gesammelt.

Neuenrade – Zwei Tage dauerte die Aktion, dann stand zumindest fest, wie viel Spendengeld und Spendenversprechen für die Neuenrader Moscheebaupläne zusammengekommen sind: satte 430 000 Euro.

An Barmitteln sind es gut 135 000 Euro. Alles andere sind Zahlungsversprechen. Das Geld soll nach und nach kommen. 

Hamit Yilmaz, Vorstandsmitglied des Türkisch-islamischen Kulturvereins Neuenrade und Umgebung, hofft darauf, dass die avisierte Summe am Ende des Jahres zu einem Großteil zusammenkommt. 

Gewaltige Summe bleibt übrig

Vielleicht würden oder könnten nicht alle Zahlungsversprechen am Ende erfüllt werden. Man rechne mit einer Ausfallquote von zehn bis 15 Prozent. Gleichwohl bleibt eine gewaltige Summe übrig. Yilmaz und Co. haben alle Hebel in Bewegung gesetzt und dabei auch auf die sozialen Medien genutzt. Ob Facebook, Youtube, Instagram, WhatsApp – auf allen Kanälen warb der Kulturverein für das Neuenrader Projekt. Das Muster ist ähnlich den Spendenmarathons aus dem deutschen Fernsehen, wo Moderatoren das Publikum zu Spendenzahlungen animieren sollen. 

Gebetsraum via Hasenat TV gefilmt

In Neuenrade wurde via Hasenat TV (546 Abonnenten bei Youtube) schlicht der Gebetsraum gefilmt. Ein Imam der islamischen Gemeinschaft Milli Görus aus Köln, der in Neuenrade gut bekannt sei, habe quasi durch die Sendung geführt, erläuterte Yilmaz das Vorgehen des zweitägigen Spendenmarathons. 

Die Kameraführung beschränkte sich darauf, das Publikum zu zeigen – oder eben spendenwillige Männer, die zum Teil mit Kindern nach vorne gingen, um 50- oder 100-Euro-Scheine in eine Glasvase zu stecken. 

Immer wieder auch Telefonanrufe

Immer wieder gab es auch Telefonanrufe, bei denen sich Spender meldeten. Hamit Yilmaz: „Jemand versprach, 10 000 Euro in einem bestimmten Zeitraum zu geben. Es gab zwischenzeitlich sogar ein gewisses gegenseitiges Aufschaukeln.“ Auch deutsche Arbeitskollegen hätten sich nicht lumpen lassen und Geld für den geplanten Moscheebau gegeben. 

Groß eingeblendet ist die Nummer der Neuenrader Emug-Kontos – laut Yilmaz ist der Kulturverein auch Mitglied bei der Emug geworden. Die Europäische Moscheebau-Unterstützungsgemeinschaft mit Sitz in Köln managt den Bau der Moschee und wird auch als Besitzerin des Grundstücks am Schöntaler Weg im Grundbuch eingetragen. 

Es geht Schlag auf Schlag

Auch Bezahlungen über den Onlinedienst Paypal waren möglich, so dass es Schlag auf Schlag ging. Ein ununterbrochen eingeblendetes Laufband zeigte an, wer wie viel Geld gespendet hatte. 

Spendenprojekt für Moscheebau in Neuenrade

Die Solidarität für das Projekt ist ganz offensichtlich enorm: Vorstandsmitglied Yilmaz verweist darauf, dass gut 10 000 Menschen zugeschaut hätten. „Bei Facebook haben sich pro Minute 100 zugeschaltet.“ Nicht nur aus Neuenrade und Umgebung hätten sich Interessierte die Sendung angeschaut. Verwandte aus Stuttgart, Frankfurt, Berlin, Frankreich oder gar Amerika hätten sich zugeschaltet.

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