Kreis prüft Unterlagen

Moschee in Neuenrade: Bau könnte schon bald beginnen

So soll die Moschee nach den Vorstellungen der türkisch-islamischen Gemeinde aussehen.

Neuenrade – All zu lange wird es nicht mehr dauern, dann startet der Bau der Moschee im Bereich Schöntaler Weg.

Wie Hamit Yilmaz, Vorstandsmitglied des türkisch-islamischen Kulturvereins Neuenrade und Umgebung, auf Nachfrage der Redaktion jüngst mitteilte, habe man bereits Anfang Dezember die letzten noch fehlenden Unterlagen beim Märkischen Kreis eingereicht. Die Gespräche dazu seien positiv verlaufen. Deshalb gehe er davon aus, dass eine Baugenehmigung erteilt werde. „Sobald die Baugenehmigung vorliegt, beginnen wir innerhalb von vier bis sechs Wochen mit den Arbeiten“, so Yilmaz auf Nachfrage. 

Yilmaz kümmert sich weiterhin als Verantwortlicher um das Moscheeprojekt des Kulturvereins, ist aber nicht mehr Vorsitzender der türkisch-islamischen Gemeinde. Wie er sagte, habe er den Posten in Absprache mit dem Vorstand abgegeben, damit er sich auf den Bau der Moschee konzentrieren könne. „Der Neubau plus das Tagesgeschäft war zu viel. Ich bin weiterhin im Vorstand und nun zuständig für den Bau“, sagte Yilmaz. Nachfolger ist Mehmet Demir, der demnächst der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. 

Pläne öffentlich vorgestellt

Yilmaz hatte in den vergangenen Monaten tatsächlich gut zu tun. Er hat auf Einladung Veranstaltungen abgehalten, um die Pläne für den geplanten Neubau zu präsentieren. Unter anderem zeigte er die Pläne bei einer Veranstaltung der Freien Wählergemeinschaft Neuenrade. Yilmaz musste dabei Fragen unter anderem zur Größe der Moschee und einem möglichen Muezzin-Ruf beantworten. 

Hier, wo ein Autohandel angesiedelt ist, liegt das Grundstück für die neue Moschee am Schöntaler Weg. Das Gebäude steht mit der Rückseite zur Straße, der Eingang ist auf der Hönneseite.

Dass die Gemeinde die Moschee zeitnah bauen kann, ist recht wahrscheinlich. Der Sprecher des Märkischen Kreises, Hendrik Klein, bestätigte auf Nachfrage den Eingang der Unterlagen. Diese würden derzeit geprüft. Das könne „sechs Wochen bis drei Monate“ dauern, „in der Regel aber sechs Wochen“. 

Kosten von bis zu 2 Millionen Euro

Die geplante Moschee (geschätzte 1,5 bis 2 Millionen Euro Baukosten) wird Platz für 500 Menschen bieten, hat Schulungs- und Seminarräume. Allein 240 Kinder sind aktuell an der bisherigen Moschee an der Bahnhofstraße angemeldet. Finanziert wird der Neubau aus Spendengeldern, aber auch aus dem Verkauf des bisherigen Moscheegebäudes für 300 000 Euro an die Stadt. 

Spendengelder werden durch besondere Aufrufe aber auch durch spezielle Crowdfunding-Aktionen im Internet hereingeholt. Auch die Eigenleistung der Gemeindemitglieder wird eine große Rolle spielen. Gebaut wird abschnittweise nach dem zur Verfügung stehenden Geld. 

Gemeinde zahlt Miete an die Stadt

Die Gemeinde zahlt bis zur Fertigstellung der neuen Moschee eine ortsübliche Miete an die Stadt für die Nutzung des Geländes an der Bahnhofstraße. 

Gemanagt wird der Bau über die der Millî-Görüs-Bewegung nahestehende Emug (Europäische Moscheebau-Unterstützungsgemeinschaft) mit Sitz in Köln. Sie wird auch als Grundstücksbesitzerin im Grundbuch eingetragen und betreut die Gemeinde unter anderem beim Baumanagement und baurechtlichen Fragen. Chef der Emug ist Ibrahim El-Zayat. Er gilt als eine wichtige Figur des politischen Islam. 

Bürgerinitiative will Bau verhindern

Gegen den Bau der Moschee hat sich Widerstand formiert. Eine Bürgerinitiative wurde gegründet, die den Bau verhindern will.

Mehr zur Diskussion um den Moscheebau lesen Sie hier!

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