Morast, Schweiß und jede Menge Spaß für „Girls only“

Die Mitte anpeilen, den Blick weit nach vorne richten, die Pedale entsprechend dem Hindernis ausrichten – und durch.

NEUENRADE - Es hat geregnet. Der Untergrund ist glitschig. Die Stollenreifen haben Mühe, Gripp zu finden. Mit der richtigen Technik verlieren aber auch anspruchsvollere Passagen ihren Schrecken. Wie es geht, das hat Mountainbike-Instruktorin Ulrika Nottelmann mit den Teilnehmerinnen am dreitägigen Bike-Camp in Neuenrade fleißig trainiert.

Teilnehmerinnen, weil es sich bei dem Camp um einAngebot speziell für Frauen handelte. Und dieses Paket traf den Nerv der Gruppe, die sich sowohl aus Geländeänfängerinnen wie Fortgeschrittenen zusammensetzte.

Am Freitagnachmittag reisten die Frauen an, richteten sich im Kaisergarten ein und starteten anschließend zu einer ersten Kennenlerntour. Rund 20 Kilometer nahmen die Frauen unter ihre Stollenräder, vom Stadtzentrum zum Kohlberg hinauf. „Für jeden machbar“, meinte der erfahrene Bike-Guide Ulrika Nottelmann im Anschluss.

Sie radeln genüsslich durch die Gegend, kehren regelmäßig für einen „Schnack“ und einen Latte Macchiato ein, tauschen sich über die neuesten Modetrends aus. Nicht diese Frauen. Sie wollten etwas lernen, ihre eigenen Fähigkeiten und die ihres Bikes besser kennenlernen. Deshalb stand am Samstag eine spezielle Technikeinheit auf dem Plan. Dafür erklommen sie den Remmelshagen, ehe Ulrika Nottelmann mit dem Intensivtraining begann. Langsam fahren, stehen bleiben ohne abzusteigen, Hindernisse überwinden – und ganz wichtig: richtiges Bremsen. Vor allem im Gelände auf schwierigen Untergründen ist es enorm wichtig, die Bremsen exakt zu dosieren und so das Maximum aus den meist mit hydraulischen Verzögerungssystemen bestückten Sportgeräten herauszuholen, ohne sich unkontrolliert ins Unterholz zu verabschieden.

Nach ein paar Runden greifen auch Ursula und Petra aus Koblenz beherzter zum Hebel. „Die Dosierung der Trainingsinhalte ist genau richtig“, sagte „Ursel“. Susanne und Silke aus Hofgeismar bei Kassel stimmten nickend zu. „Wir wussten nicht, was uns erwartet. Heute sind wir auf allen Untergründen gefahren, von Asphalt bis Schotter“, sagt Ursula, die sich erst in diesem Jahr ihr erstes Mountainbike anschaffte – und von der Flexibilität ihres Untersatzes begeistert ist. „Damit geht alles“, sagte sie.

Ein modernes Fahrrad benötigt Pflege, hin und wieder auch eine kleine Reparatur. Damit die Frauen für den Fall der Fälle gerüstet sind, bot die Neuenrader Instruktorin zusätzlich einen Schrauber-Lehrgang an. Wie flickt man einen Schlauch, wie sind die Laufräder korrekt zu montieren? Warum ist es für die Haltbarkeit der Kette und der Zahnräder wichtig, dass sie entsprechend geölt werden? Diesen Fragen ging die Gruppe unter Anleitung eines Fachmanns auf den Grund – theoretisch und praktisch. Den Anstrengungen im Sattel folgte am Samstagnachmittag eine Indoor-Einheit: Pilates mit Petra Schawag.

Am Sonntagvormittag machte sich die sympathische Gruppe dann zur Abschlusstour auf, ehe die auswärtigen Gäste ihre Zelte in Neuenrade abbrachen und zufrieden die Heimreise antraten.

„Das Angebot speziell für Frauen kam sehr gut an. eine Wiederholung ist sicher. Hoffentlich fühlen sich dann auch verstärkt Frauen aus der Region angesprochen“, sagte Ulrika Nottelmann, die für die Premiere lediglich Werbung über die Homepage des Cavida-Teams machte (www.cavida-team.de).

Von Markus Jentzsch

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