Ganz spezielle Fahrkünste

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Einen 7,5 Tonner auf zwei Reifen sieht man äußerst selten – und dann wohl nur bei Dynamit auf Rädern. ▪

NEUENRADE ▪ Einstmals, als Jäger Tiere zur Strecke brachten und die Fotografie schon erfunden war, pflegten sie auf den Kadavern der Erlegten zu posieren. Ähnliches trug sich am Mittwoch in Neuenrade zu, doch bei den erlegten Viechern handelte es sich um schrottreife Fahrzeuge, die von den Monstertrucks der Autoshow „Dynamit auf Rädern“ zermalmt worden waren.

Und obendrauf standen die Akteure, die nach einem ereignisreichen Nachmittag ein paar Fortbewegungsmittel fachgerecht er- oder vielmehr zerlegt hatten.

Doch die Show hatte erheblich mehr zu bieten als zerknautschtes Blech und plattgefahrene Autos. Im ersten Teil der Stunt-Show zeigte die Familie Korthoff, dass ein BMW E36 kompakt für ganz andere Späße zu gebrauchen ist, als der vorsichtige Autofahrer so ahnt. Nicht nur, dass der Wagen auf zwei Rädern gefahren werden kann: Die Korthoffs trauten sich auch noch als Passagiere auf dem rutschigen, schrägen Dach und auf der Motorhaube mitzufahren. „Junge Menschen, die ihr Leben für ihre Zuschauer riskieren“ – so klang es zwischenzeitlich aus den Lautsprechern am Hagebaumarkt-Parkplatz.

Doch der Chef der Dynamit-Show relativierte die dramatische Ansage im Gespräch mit unserer Zeitung: „Es hat schon mal einen gebrochenen Lendenwirbel gegeben“ – in 40 Jahren Autostunt-Show. Als spektakulär und neu angekündigt war die Fahrt eines 7,5 Tonners auf zwei Reifen, und in der Tat gehörte diese Nummer zu den Höhepunkten des Nachmittags. Lässig ließ Cheffahrer Patrick Korthoff die Hand genauso aus dem Fenster des Lasters hängen wie zuvor bei der langsamen Fahrt mit dem BMW bis zum Stillstand – eine erstaunliche Beherrschung des Fahrzeugs, dessen Gewicht offenbar auch ganz anders verteilt werden kann als bei der Geradeausfahrt auf vier Rädern.

Damen aus dem Publikum blieb es vorbehalten, mit in die BMWs zu steigen und wahlweise Fahrten auf zwei Rädern oder Schleudertouren um 360 Grad zu erleben.

Ohne Publikumsbeteiligung blieben die Fahrer bei den mehrfachen Überschlägen mit Autos, die nur jeweils eine Show überstehen. Als Sahnehäubchen präsentierten Ricardo und Vincenzo Korthoff, fünf- und neunjährige Nachwuchsartisten, ihre Kunststücke auf einem Quad.

Erschwert wurden die Bedingungen für die Fahrer durch den immer wieder einsetzenden Regen: Da rutschte schon mal ein Auto weg. Riskant vor allem für junge Zaungäste war der Blick über den Sichtschutz: Einige von ihnen wurden eingelassen – mussten aber nach der Show beim Aufräumen helfen. Und da gab es nach dem großen Zermalmen einiges zu tun. ▪ Thomas Krumm

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