MoGo in Neuenrade gut besucht

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Im Zeichen des Kreuzes: MoGo in Neuenrade

Neuenrade - Einmal im Jahr wird der Neuenrader Grundschulhof zu einem kleinen Wallfahrtsort für Motorradfahrer. Eine Band spielt auf einem Lkw-Anhänger richtige Rockmusik, es gibt Bratwurst, Kaffee und Kuchen und einen ökumenischen Gottesdienst.

 Mehr als 150 Motorräder aller Art, vom Moped bis zur schweren Maschine, parkten gestern Vormittag auf dem Schulhof. Ebensoviele Motorradfahrer, zuzüglich einiger Beifahrer, etliche Gäste ohne Maschine und natürlich noch die üblichen Gottesdienstbesucher tummelten sich auf dem Schulhof. Bratwürstchen und Steaks gab es schon um 10 Uhr, auch Waffeln gingen schon gut.

Das Mogo-Team (Biker für Kinder) hatte jedenfalls alle Hände voll zu tun. Etliche Motorradfahrer gehörten dabei einem Klub an, viele demonstrierten das auch mit speziellen Kutten, Aufnähern oder Aufdrucken auf T-Shirts. So gab es die Neuenroader, auch Vertreter der Bikers Church Westfalen oder die Christian Motorcyclists Association und andere. Es waren Motorradfahrer aus nah und fern. Einige hatten sich über Motorradfanpostillen wie den Syburger informiert und nach Neuenrade locken lassen. Auch ein Stammgast schaute wieder vorbei: Ein 84-Jähriger, der 100 Kilometer Anreise extra für diesen Gottesdienst in Kauf genommen hatte.

MoGo in Neuenrade

Das Rahmenprogramm bestand im Wesentlichen aus Musik, vielen Gesprächen, den Verzehrständen aber auch Info-Ständen wie von Flaschenkinder e. V.. Dieser Verein kümmert sich um Kinder von alkoholkranken Eltern, bietet unter anderem einen Kindernotruf dazu an. Der Verein, welcher der einzige dieser Art in Deutschland sei, präsentierte sich auf der Bühne und die Vereinsvertreter erzählten von dem massiven Bedarf: Jede Nacht bis 1.30 Uhr sitze man am Kindernotruf und telefoniere mit betroffenen Kindern im Alter von vier bis 16 Jahren.

Die Aktiven des Vereins begleiten Kinder und kümmern sich auch um Lehrstellen. Flaschenkinder bekommt in diesem Jahr den Erlös aus der MoGo-Veranstaltung. Auch die Polizei war mit mehreren Beamten auf dem Schulhof präsent. An Stellwänden präsentierten sie den Motorradfahrern die Berichterstattung über lärmgeplagte Dahler Bürger oder beispielhaft einen geschwindigkeitsbedingten Unfall. Die Polizisten kamen mit dem einen oder anderen Motorradfahrer ins Gespräch. Polizeihauptkommissarin Eike Schulz (aus Dahle) wies auf Nachfrage darauf hin, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung im Bereich Kohlberg nicht absehbar sei. Bisher gebe es dort auch keinen Unfallschwerpunkt wie früher am Schälk (in Letmathe).

Sie bestätigte, dass etliche Motorradfahrer die Straße am Kohlberg auch mehrmals fahren würden – aus Freude an der kurvenreichen Strecke. Das sei aber eben gefährlich und laut. Der Lärm entstehe durch technische Manipulationen und eben die Fahrweise. Am Stand warb die Polizei jedenfalls um einen Interessensausgleich. Manch ein Biker las die Berichterstattung an den Stellwänden.

Frank Siethoff aus Hemer zum Beispiel verwies auf die Möglichkeit der Rücksichtnahme. Schön sei es, durch die Dörfer zu fahren, ohne dass die Köpfe der Menschen wegen des Lärms hochschnellen müssten. „Sound muss sein, aber nicht so laut“. Rücksicht sei das Stichwort. So habe er auf dem Weg zum Mogo noch einen Pferdeanhänger überholt, ohne die Tiere zu erschrecken. Dass lautes und schnelles Fahren sich auf junge Motorradfahrer beschränke mochte er nicht bestätigen. Es gebe eben in jeder Gruppe solche und solche. So gebe es doch sogar Rüpelradfahrer. Josef Hochstein, Ortsvorsteher und zweiter stellvertretender Bürgermeister begrüßte die Versammlung auf dem Schulhof und verwies auf den Spruch aus der christlichen Bikerszene. „Fahr nie schneller als dein Schutzengel fliegen kann“.

 Und Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg hielt dann den Gottesdienst, den er eben nicht alle Tage vor so einer Kulisse hält. Und nicht immer wird er dabei von so einer guten Rockband wie N’Joy begleitet. Psalm 18, in dem es um inniges Gottvertrauen und Zuversicht geht, war dann der Einstieg in den Gottesdienst.

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