Moderne asiatische Küche verdrängt die Knickeier

Die ersten Kochbücher wurden bereits in der DRK-Begnungsstätte abgegben.

NEUENRADE ▪ Als Maria Brockhagen ihren Küchenschrank öffnete kam ihr eine Idee. Denn im Schrankinneren türmten sich die Kochbücher. Viele davon werden kaum noch gebraucht, denn die Rezepte wurden bereits ausprobiert oder trafen nicht den Geschmack der Köchin.

„Ich denke, bei vielen gestandenen Hausfrauen haben sich im Laufe der Jahre einige Kochbücher angesammelt, die vielleicht nicht mehr gebraucht werden. Neue Rezepte müssen manchmal her“, erklärt die Leiterin der DRK-Begnungsstätte. Aus diesem Grund organisiert Maria Brockhagen einen Tauschmarkt für Koch- und Backbücher während des Gertrüdchens.

Einige Kochbücher wurden bereits zum Tausch abgegebne. Darunter einige echte Raritäten. „Uns wird sogar ein Buch aus dem 19. Jahrhundert zur Verfügung gestellt, allerdings nur zur Ansicht, denn das ist eine echte Kostbarkeit“, berichtet Brockhagen. Besonders die selbstgeschriebenen Bücher laden zum Stöbern ein – darin hielten eifrige Hausfrauen ihre besten Rezepte fest. Problematisch ist jedoch die Schrift. „So schreibt heute niemand mehr. Da muss man sich schon anstrengen, um das zu lesen“, fügt die Leiterin hinzu. Besonders beliebt scheint ein Buch der Geseker Landfrauen zu sein, denn dies überzeugt nicht nur mit deftigen Rezepten, sondern auch mit praktischen Tipps wie dem folgenden: „Kauft man ein Schwein und weiß nicht, wie schwer es ist, wiegt man entweder nach dem Schlachten den Vorderfuß und nimmt den Wert mal zehn oder misst mit einem Bandmaß den Umfang des Bauches. Ein Meter entspricht 150 Pfund.“ Auch ein Buch der Schauspiellegende Heidi Kabel von 1985 weckt das Intersse der Helferinnen. „Hier stehen sogar noch die Preise hinter: Zweidrittel Liter Milch kosteten acht Pfennig, zwei Knickeier zehn Pfennig“, erzählt Brockhagen begeistert. Überhaupt sei früher anders gekocht worden. So gab es beispielsweise Rezepte, für die 30 Eier benötigt wurden. „Manche Zutaten, wie beispielsweise asiatische Gewürze oder Basilikum gab es einfach nicht“, erklärt die Initiatorin.

Bereits im Vorfeld, am Donnerstag, 10. Februar, ab 14.30 Uhr, soll es in der DRK-Begnungsstätte ein Gesprächscafé zum Thema „Kochen – früher und heute“ geben. „Es wäre schön, wenn viele Kochbegeisterte, mit alten und neuen Kochbüchern in die Begegnungsstätte kämen, um sich auszutauschen“, erklärt sie weiter.

Für die Tauschbörse können ab sofort Koch- und Backbücher während der Öffnungszeiten der Begegnungsstätte abgegeben werden. „Wird ein Kochbuch eingereicht, gibt es dafür einen Tauschpunkt. Während unserer Öffnungszeiten am Gertrüdchen-Wochenende können die Tauschpunkte gegen andere Kochbücher eingelöst werden. Wer keine Tauschpunkte hat, kann gegen eine Spende von zwei Euro ein Kochbuch bekommen“, erläutert Brockhagen die Regularien.

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