Mitreißende Show und ein bisschen Politik

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Die Tänzerinnen und Tänzer setzten die Musik mit hinreißender Geschmeidigkeit in Tanzschritte und Bewegungen um. Die beiden karibischen Schönheiten verzichteten bei ihren Auftritten auf zuviel Kleidung.

Neuenrade - Musikalische Leidenschaft, tänzerische Leibesbeherrschung und mitreißende Rhythmen boten die Musiker des Bühnenprojekts „Pasión de Buena Vista“ am Sonntag im Kaisergarten.

Am Ende brachten die Akteure die angeblich so kühlen Sauerländer zum Klatschen, Singen und Turnen, was angesichts der Abgründe in der Rollenverteilung zwischen tanzenden Musikern und an den Sessel gefesselten Zuschauern nicht einfach war. Aber der Abend bot mit seinen afro-kubanischen Rhythmen und großen Gesängen von Liebe und Leidenschaft einiges, um auch kühle Herzen und Gemüter in Schwung zu bringen.

Seit der Musiker Ry Cooder 1996 den „Buena Vista Social Club“ in Havanna aufstöberte, wurde aus dem Geheimtipp ein Welterfolg, der nun schon zum zweiten Mal in den Kaisergarten kam. Das Bühnenbild zeigte einen Prospekt von Klein-Havanna mit schickem Oldtimer und Wohnhäusern im Kolonialstil. Und die Musik bot einiges von dem, was der gleichnamige Film von Wim Wenders berühmt machte: „Dos gardenias para ti“ etwa und das wunderbare „Chan Chan“, bei dem die eigentlich sehr gute Sängerin Felicita-Ethel Frias Pernia nicht so recht gegen die zu laute Begleitung ankam.

Das blieb aber ein vereinzeltes Problem, denn zwischen den mitreißenden Rhythmen gab es immer wieder getragene Balladen, die natürlich vor allem der Liebe gewidmet waren. Hier fanden auch die beiden Sänger José Guillermo Puebla-Brizuela und Ariel Dominguez-Arias ein reiches und von sanfter Musik begleitetes Betätigungsfeld. Natürlich machte ein Klassiker wie „Besame, besame mucho“ - Küss mich, als wäre es das letzte Mal - Freude.

Ein tapferer Kämpfer gegen Imperialismus und Ausbeutung mischte sich in den munteren Reigen: Mit dem berühmten Lied an den „Comandante Che Guevara“ erinnerten die Musiker an ihre Herkunft von einer Insel, deren sozialistische Utopie ein bisschen in die Jahre gekommen ist. Mehr noch als die spektakulär knapp bekleideten Tänzerinnen machten die Beine des Bassisten der Band deutlich, dass die Akteure trotz Tournee-Routine offenbar noch Freude an ihrem allabendlichen Eintauchen in die musikalische Welt Kubas haben: Ebendiese Beine wollten kaum stillstehen, obwohl Tanzeinlagen des Bassisten nicht ausdrücklich zum Programm gehörten. Aber die Begleitmusiker und die beiden bestens gelaunten Background-Sänger und Moderatoren setzten die Musik ihrer Insel derart gekonnt in Szene, dass der starke Eindruck eines mitreißenden Abends mit viel schöner Musik, tanzenden Herzen und schönen Frauen zurückblieb.

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