Mitgliederversammlung

FWG kritisiert „schwerfällige“ Stadtverwaltung

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Bernhard Peters (links) und Detlef Stägert führten durch die Jahreshauptversammlung.

Neuenrade - Nicht ohne Neid blickten die Mitglieder der FWG Neuenrade bei ihrer Mitgliederversammlung in die Nachbarstadt Werdohl. Kritik kam an der Neuenrader Stadtverwaltung auf.

„Werdohl baut sich den Brüninghaus-Platz mit Fördergeldern“, blickte Detlef Stägert, Vorsitzender der Freien Wählergemeinschaft (FWG) Neuenrade, bei der Mitgliederversammlung am Montagabend im Hotel Wilhelmshöhe neidisch auf die Nachbarstadt.

„Und jetzt machen sie auch noch den Westpark“, zählte er vor 15 weiteren Anwesenden auf. „Und in Neuenrade wird nur gespart.“

Ikek-Idee sei zu spät gekommen

Jetzt – und somit viele Jahre zu spät – sei man in der Stadt endlich auf die Idee gekommen, auch einmal ein Integriertes Kommunales Entwicklungs-Konzept (kurz: Ikek) zu erstellen, ärgerte sich Stägert über die „Schwerfälligkeit der Verwaltung“.

Fraktionsvorsitzender Bernhard Peters pflichtete ihm bei: „Die Werdohler haben eine Halbtagsstelle, die sich um nichts anderes als die Stadtentwicklung kümmert. Bei uns in Neuenrade hingegen passiert nichts.“

Moschee-Umzug soll Jahre dauern

Immerhin haben die Neuenrader nach langer Suche einen neuen Standort am Schöntaler Weg für die zu klein gewordene Moschee gefunden. Stägert zeigte sich zwar erleichtert darüber („Ich bin froh, dass alle Parteien dabei an einem Strang gezogen haben“), der Umzug werde aber drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen.

Dann gelte es, sich Gedanken zu machen, was am jetzigen Moschee-Standort an der Bahnhofstraße entstehen könne.

Am Schöntaler Weg soll die neue Moschee entstehen. Detlef Stägert, Vorsitzender der FWG, lobte, dass bei der Bauplatzsuche alle Parteien an einem Strang gezogen hätten.

Neues entstanden ist im Stadtpark. Allerdings löse die neue Möblierung des Parks nicht die schon länger herrschenden Probleme. Ruth Echterhage bemängelte, dass die Schilder am Stadtpark eine Nachruhe ab 22 Uhr auswiesen. Sie forderte eine Vorverlegung auf 20 Uhr.

Nachts würden dort junge Erwachsene Autorennen fahren, berichteten Teilnehmer der Mitgliederversammlung. Vorsitzender Stägert monierte in diesem Zusammenhang: „Für Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren gibt es keine Freizeitangebote in Neuenrade.“

Weniger Müllgebühren für Windel-Nutzer

Erreichen wolle die FWG, dass junge Eltern sowie von Inkontinenz Betroffene künftig weniger Müllgebühren zahlen müssen – und zwar 50 Euro im Jahr. Über den Vorschlag der Wählergemeinschaft wird im Zuge der Haushaltsberatungen entschieden.

Ein weiterer Antrag der FWG zielt darauf ab, dass die Stadt sich beim Landesbetrieb Straßen.NRW um den Bau eines Kreisverkehrs am Ärztehaus (Kreuzung Werdohler Straße/Erste Straße, Poststraße, Dahler Straße) bemühen möge. Für die Wählergemeinschaft wäre dies nur ein Anfang. Weitere Kreisverkehre müssten folgen.

Bestattungswald gefordert

Positiven Zuspruch aus der Bevölkerung erhält laut Stägert der FWG-Antrag, einen Bestattungswald nach dem Friedwald-Konzept realisieren zu wollen. Ein solcher Ruheforst könne auf dem Kohlberg oder am jetzigen Russenfriedhof entstehen.

Ebenso bestätigt fühlten sich die Kommunalpolitiker bei der Diskussion um Windräder auf dem Kohlberg. Fraktionsvorsitzender Peters äußerte am Montag die Hoffnung, dass das endgültige Gerichtsurteil den bisherigen Baustopp bestätigen könnte.

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