1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Neuenrade

Mit Sportstipendium: Lotte Klüter mischt die College-Liga in den USA auf

Erstellt:

Von: Michael Koll

Kommentare

Mit ihrem Collegeteam schaffte es Lotte Klüter (vorne, Zweite von rechts) bis ins nationale Finale in der Zweiten Liga der Junior-Colleges – ein historischer Erfolg.
Mit ihrem Collegeteam schaffte es Lotte Klüter (vorne, Zweite von rechts) bis ins nationale Finale in der Zweiten Liga der Junior-Colleges – ein historischer Erfolg. © Klüter

„Jeden Tag erlebe ich etwas Neues und alles ist sehr aufregend”, sagt Lotte Klüter. Anfang August ging die damals noch 17-jährige Küntroperin in die USA, um dort zu studieren und am College Fußball zu spielen.

Mittlerweile sind schon die ersten 100 Tage in Übersee vorüber und die Küntroperin berichtet von ihren Anfängen in den Vereinigten Staaten.

„Im Juni habe ich am Walburgisgymnasium in Menden erst mein Abitur gemacht”, schildert sie, „und anschließend mit Beginn des Studiums bereits viele Dinge zum ersten Mal erlebt: in einer WG leben und selbst Verantwortung für den Haushalt übernehmen.”

Vorbereitung beginnt einen Tag nach der Ankunft

Am 1. August flog die mittlerweile 18-Jährige nach Newton in New Jersey, wo sie mit einem Sportstipendium das Sussex County Community College besucht. „Die Zeit hier vergeht wie im Flug”, gesteht sie. „Denn es ging direkt los: Schon einen Tag nach meiner Ankunft startete die Saisonvorbereitung mit dem Fußballteam.” Die erste Trainingseinheit war ein Zwölf-Minuten-Lauf: „Zum Glück hatte ich keinen Jetlag und konnte gut mithalten.”

Die ehemalige Spielerin des SSV Küntrop erlebte in ihren ersten dreieinhalb Monaten auch gleich etwas Historisches: „Noch nie zuvor hat es ein Damenteam aus Sussex ins nationale Finale geschafft. Mein Team und ich spielen nun aber in Wichita in Kansas das Finalturnier mit den zwölf besten Mannschaften der Zweiten Liga der Junior-Colleges aus ganz Amerika.”

Bislang acht Treffer

Klüter hat ihren Anteil an diesem noch nie da gewesenen Erfolg: „Ich habe bisher acht Tore in dieser Spielzeit gemacht”, erzählt sie. Zwei Trainingseinheiten täglich absolviert Klüter. Dazu ist sie täglich vier Stunden an der Universität. Hausaufgaben im Rahmen des Studiums muss sie zudem noch erledigen.

Lotte Klüter vor der Abreise zu einem Auswärtsspiel.
Lotte Klüter vor der Abreise zu einem Auswärtsspiel. © Klüter

Aber dennoch bleibt ihr auch genügend Freizeit. „Da unternehme ich viel mit den Mädels aus meinen Team. Wir gehen shoppen, essen oder schauen uns Städte in der Umgebung an. Wir waren schon in kleineren Orten in Pennsylvania, im Staat New York und Maryland.”

Drei weitere Deutsche gehören zum Team

Neben Klüter gehören noch drei weitere deutsche Spielerinnen zur Mannschaft. Dazu kommen eine Österreicherin, eine Portugiesin, eine Australierin, zwei Schottinnen und sieben Amerikanerinnen. Eine beste Freundin hat Lotte auch schon gefunden: „Mit meiner Mitbewohnerin Lisa, die aus Schottland stammt und ein Jahr älter ist als ich, verbringe ich die meiste Zeit. Mit einer amerikanischen heißen Schokolade, deutschen Spekulatius und schottischem Shortbread-Gebäck sitzen wir auf der Coach und reden stundenlang: ob über Fußball, die Uni oder das alltägliche Leben. Es wird nie langweilig.” Zeit für einen festen Freund hat die Sauerländerin dabei bisher noch nicht gefunden. „Aber die Jungs sind alle supernett. Die wohnen neben uns und wir sind Samstagsabends immer eingeladen, um mit ihnen abzuhängen.”

Insgesamt wohnen auf dem Grundstück 17 männliche und neun weibliche Studenten, sagt Klüter. „Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich jetzt Studentin bin”, platzt es aus ihr heraus. Ihr Hauptfach ist übrigens „Business administration“, also Betriebswirtschaftslehre. „Die meisten Kurse finden allerdings online statt”, erklärt die Küntroperin.

Kontakt zur Familie per Internet

Dann gesteht sie: „Eigentlich habe ich gedacht, dass ich mehr Probleme mit der Sprache hätte. Aber die Leute sind hier alle sehr hilfsbereit und verständnisvoll, was vieles einfacher macht.” Und mithilfe des Internets könne sie auch leicht Kontakt zu ihrer Familie halten. „Natürlich vermisse ich meine Eltern und meine Geschwister. Doch ich bin auch megaglücklich, dass sie das alles für mich überhaupt erst möglich machen. Deshalb will ich sie jetzt auch stolz machen.”

Lotte Klüter gibt einen Ausblick: „Am 22. Dezember endet schon mein erstes Semester.“ Ende Januar starte dann erst das nächste Semester. „Über die Feiertage bleibe ich hier – das erste Weihnachten ohne meine Familie.“ Sie freue sich aber auch bereits, „dass ich Ende Mai wieder nach Deutschland kommen werde – rechtzeitig zum Schützenfest in Küntrop”. Ihr Vater Volker Klüter war 2018 Schützenkönig der St.-Sebastian-Schützen.

Spekulatius und Knackwürstchen: Ein Gefühl von Heimat

„Ich versuche jetzt einfach, jeden Tag hier zu genießen”, hat Klüter sich vorgenommen. „Die Erfahrungen hier mache ich wahrscheinlich nur einmal im Leben”, ist sie sich bewusst. Dennoch habe sie auch manchmal ein wenig Heimweh. „Ich war aber schon in einer Art kleinem Dorfladen hier, der deutsche Speisen anbietet. Das gab mir ein Gefühl von Heimat”, berichtet Klüter. „Dort gibt es deutsche Schokolade, Spekulatius passend zu Weihnachten und deutsche Knackwürstchen.”

Auch interessant

Kommentare