Familie Pani zu Gast in Neuenrade

Missionsarbeit: 16-jährige Waldorfschülerin geht nach Indien

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Familie Pani mit Klaus Giljohann (Geschäftsführer der Waldorfschule) und Ronja Hesse.

Neuenrade - Ronja Hesse ist Schülerin der Neuenrader Waldorfschule. Sie lebt in Valbert und gehört dort der freien evangelischen Gemeinde an.

Als sie in der Gemeinde einen Vortrag über Indien hörte, beschloss sie, als damals noch 15-Jährige in den Ferien für zwei Wochen in das Land zu gehen und die missionarische Arbeit dort kennenzulernen. In Indien traf sie die vierköpfige Familie Pani. 

Diese besuchte am Freitag die Waldorfschule und erzählte den Schülern der Klassen neun bis 13 von ihrem Alltag am anderen Ende der Welt. Die Panis sind Christen und gehören damit zur verfolgten Minderheit in Indien. Nur drei Prozent der Inder sind christlich. 

Das ist Grund genug für Hesse, um ab September, nachdem die nunmehr 16-Jährige im Sommer ihre Schulzeit beendet, für ein halbes Jahr nach Indien zu gehen. Dort möchte sie die Missionsarbeit der Panis unterstützen. 

Große Armut und Zwangsheiraten

Die Waldorfschüler hörten der indischen Familie fasziniert und teils sichtlich betroffen zu. Mutter Khuni, Vater Bihswasit, Tochter Eva und Sohn Nisshan erzählten von großer Armut, von Zwangsheiraten und von neugeborenen Mädchen, die ausgesetzt oder gar getötet würden, da sie für die Familien keinen Wert besäßen. 

Ronja Hesse schildert ihre Eindrücke und Erfahrungen: „Die Lehrer in Indien lassen die Schüler morgens auch schon mal vier Stunden warten. Bezahlt werden sie ja sowieso, ob sie nun da sind, oder nicht“, sagt sie. Korruption gehöre zum Alltag: „Du kannst Dir dort einen Führerschein kaufen.“ 

Missionare sind inhaftiert

Die Panis leben in Visakhapatnam, einer Hafenstadt an der indischen Ostküste. Ob die 16-jährige Deutsche aus Valbert Angst habe, dorthin zu gehen, wird sie gefragt. Das verneint sie und erzählt, dass derzeit dort amerikanische Missionare schon seit Monaten inhaftiert seien. Vielen ihrer Mitschülern ist anzusehen, dass sie Ronja für ihren Mut bewundern

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