Ein Messerschmitt, ein Goggomobil und ein Opel GT

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Das Goggomobil Coupé aus dem Jahr 1959 erwarb Hein Dauzenroth vor fünf Jahren über das Internet. Er hat es selbst restauriert und flott gemacht. Das Taxischild auf dem Dach brachte er als Gag an. - Fotos: Domke

NEUENRADE - „Das ist mein absoluter Liebling“, sagt Heinz Dauzenroth und streicht über das blaue Plexiglasdach des altrosafarbenen Dreirades. Der Messerschmitt FMR Kabinenroller aus dem Jahr 1959 ist ein echter Hingucker.

„Schneewittchen-Sarg“ oder auch „Menschen in Aspik“ nannte man den Zweitakter damals. Heute steht ein Exemplar bei Familie Dauzenroth in Neuenrade. Und wo ein Oldtimer ist, da sind nicht selten noch mehr. Insgesamt vier „Oldies“ nennt der 60-Jährige sein Eigen.

An den 10,2 PS starken Flitzer kam er durch einen Zufall. „Eigentlich hatte mir ein Kollege seine Isetta versprochen. Die verkaufte er dann aber doch an jemand anderen und bot mir zum Trost den Messerschmitt an“, erzählt Dauzenroth. Das sei aber mehr als nur ein Entschädigung gewesen, ist der Kabinenroller „mit dem Gesicht“ doch sein ganzer Stolz. Restaurieren musste er den Messerschmitt nicht mehr. „Ich konnte sofort einsteigen und losfahren.“ Ihm gefalle an dem Oldtimer vor allem der Seltenheitswert. „Wenn meine Frau und ich unterwegs sind, bleiben die Menschen stehen und winken“, sagt Dauzenroth und lacht. Charakteristisch ist vor allem das halb gebogene Cockpit-Lenkrad. Im Sommer kann der Oldtimer-Fan die blaue Kuppe abnehmen und ein Verdeck anbringen. „Wenn es richtig warm ist, nehme ich auch das ab und fahren offen.“

Bei Regen können Gabriele und Heinz Dauzenroth auf einen anderen Oldtimer in ihrer Garage zurückgreifen. Das beigefarbene Goggomobil Coupé ist seit fünf Jahren Eigentum des Neuenraders. Das mit roten Kunstledersitzen ausgestattete Fahrzeug wurde ebenfalls 1959 gebaut. Ausgestattet mit 13,6 PS, gelang Dauzenroth der dritte Platz bei einer Oldtimer-Rallye. Das Goggomobil erwarb er über’s Internet. „Ich habe ihn selbst restauriert, baute einen neuen Benzintank ein, habe neue Reifen aufgezogen und die Elektrik überholt“, sagt Dauzenroth. Er sei zwar leidenschaftlicher Schrauber, allerdings genieße er vor allem die Ausfahrten mit seinen Oldtimern. „Für ein Goggomobil brauchte man damals nur einen Motorradführerschein“, so der 60-Jährige. Das machte es zu einem beliebten Frauenauto.

Seiner Frau aber gefällt aus der Sammlung ihres Mannes der feuerrote Opel GT/J am besten. Der 90 PS-starke Sportwagen, Baujahr 1972, wird seit vier Jahren von dem Ehepaar ausgefahren. Heinz Dauzenroth hat an dem Flitzer viel restaurieren müssen. Heute kommt er seinem Jugendtraum eines Opel GT sehr nahe. „Als junger Mensch hätte ich gerne so einen Wagen gehabt. Nun musste ich halt etwas warten aber es hat ja geklappt“, lacht er. Seine Frau Gabriele liebt an dem Opel das sportliche Aussehen. „Das ist kein Allerweltsauto“, sagt sie und ihr Mann ergänzt: „Ich finde, es ist das schönste Auto, das Opel je gebaut hat.“ Details wie die Heckjalousie und die Klappscheinwerfer sind charakteristisch für „die kleine Corvette“ mit der roten Schnauze. Im Innenraum strahlen die neu bezogenen schwarzen Sportsitze neben dem großen Holzimitat-Lenkrad. „Und natürlich darf der Wackel-Elvis an der Windschutzscheibe nicht fehlen“, grinst Heinz Dauzenroth.

In der Garage wartet zudem noch ein Motorrad auf den Beginn des Frühlings. Den stahlblauen Heinkel-Tourist A 103 aus dem Jahr 1959 erwarb der Bastler vor drei Jahren. Heute ist das Motorrad mit 9,6 PS einsatzbereit. Ergänzt hat er es mit einem DDR-Anhänger (BJ 1962), „damit auch etwas Gepäck mit kann.“ Für seine Oldtimerzukunft hat Heinz Dauzenroth noch zwei Wünsche: „Eine BMW Isetta ist ein Traum. Und einen alten Mercedes, den hätt’ ich auch noch gerne in meiner Sammlung.“

Von Friederike Domke

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