Bürgermeister räumt Probleme ein

Menschenansammlungen zum Freitagsgebet? Ratsherr kritisiert Moschee-Besucher

An der Neuenrader Moschee war die Zahl der Besucher am Freitagmittag überschaubar.
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An der Neuenrader Moschee war die Zahl der Besucher am Freitagmittag überschaubar.

Josef Brockhagen, CDU-Fraktionsmitglied, meldete sich am Ende der Ratssitzung am Donnerstagabend noch einmal unter Verschiedenes zu Wort und brachte das Thema Gottesdienste zur Sprache.

Alle Gläubigen jeglicher Couleur würden sich in der Corona-Pandemie momentan zurückhalten und meist auch die Gottesdienste gleich ausfallen lassen. Doch wenn man an der Moschee in Neuenrade vorbeifahre, dann biete sich vor allem zum Freitagsgebet ein ganz anderes Bild. „Da ist ein großer Personalauflauf mit unzähligen Leuten. Kann man da nicht eingreifen und das verbieten? Was ist das denn für ein Bild nach außen. Wir verzichten und da wird es gemacht“, sagte Brockhagen.

Man habe ihn als Ratsmitglied angesichts der Menschenansammlungen angesprochen und ihm selbst sei das auch aufgefallen, sagte er später auf Nachfrage. Brockhagen, der in der katholischen Gemeinde aktiv ist, betonte, dass er in seiner Eigenschaft als Ratsherr nachgefragt habe.

Auch evangelische Gemeinde feiert Präsenzgottesdienste

Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) nahm direkt Stellung zur Nachfrage von Brockhagen: Es sei eine Sache der Religionsfreiheit. „Die Möglichkeit muss ich dann geben.“ Und das gelte für alle Glaubensgemeinschaften. So feiert am Sonntag beispielsweise auch die evangelische Kirchengemeinde zwei Präsenzgottesdienste.

Mit der muslimischen Gemeinde, die derzeit eine neue Moschee am Schöntaler Weg errichten lässt, sei man ständig in Kontakt. Insbesondere beim Freitagsgebet scheine es aber schwierig. Wiesemann betonte, dass seitens der Verantwortlichen alles Menschenmögliche getan werde, um die Hygienevorschriften einzuhalten. Das funktioniere für die Moschee auch, es gebe die nötigen Listen und der Besuch des Gottesdienstes werde aufgeteilt. Als Verwaltung und Ordnungsbehörde führe man etliche Gespräche. Doch es sei ganz klar Religionsausübung. Was dann außerhalb der Moschee passiere, habe eben eine entsprechende Außenwirkung, ließ der Bürgermeister durchblicken.

Bürgermeister: „Die Gemeinde ist sehr kooperativ“

Aber die Möglichkeiten des Gemeinde-Vorstandes seien begrenzt. „Was außerhalb von deren Einflussbereich passiert – das ist schwierig.“ So könne es vorkommen, dass sich vor und nach dem Gebet die Leute dort drubbelten. Das sei nicht anders, als früher vor und nach der katholischen Messe, sagte Wiesemann am Freitag auf Nachfrage.

In der Ratssitzung am Donnerstag hatte der Bürgermeister mehrfach betont: „Die Gemeinde ist sehr kooperativ. Aber es sind nicht alle, die die nötige Disziplin haben.“ Deshalb sei man als Behörde da nicht untätig. „Wir versuchen ja die Infektionszahlen niedrig zu halten.“

Am Freitag ist alles ruhig an der Moschee

Am Freitag war gegen 14.30 Uhr zum Freitagsgebet alles relativ ruhig an der Moschee. Die Zahl der Besucher hielt sich in Grenzen, alle trugen Masken, blieben meist auf Abstand, kamen einzeln oder höchstens einmal in Dreiergruppen zur Moschee. Gelegentlich gab es am Eingang einen kurzen Stau. Ein Besucher verwies auf Nachfrage freundlich darauf, dass man den Gottesdienst ja schon geteilt und auch Ordnungskräfte bestimmt habe. Was außerhalb der Moschee passiere, darauf habe man aber keinen Einfluss.

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