Menke will die GmbH verkaufen

Menke GmbH: Schwierige Nachfolger-Suche 

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Der Sauerländer Unternehmer Dieter Menke sucht für seinen Familienbetrieb einen Nachfolger.

Neuenrade – Dieter Menke (63) will bald in den Ruhestand gehen: Er sucht einen Nachfolger für seine Firma in Neuenrade. Kein leichtes Unterfangen.

Dieter Menke (63) hat sich schon frühzeitig mit der Nachfolge für sein Unternehmen befasst: Er steuert auf das Rentenalter zu und hat nicht vor, noch mit 70 Jahren seinen Betrieb fortzuführen. Indes: Einen Nachfolger zu finden, gestaltet sich nicht einfach. Menke hat bislang noch keinen passenden Kandidaten. 

Wer ein Unternehmen führt, der hat Verantwortung – in erster Linie für seine Mitarbeiter und ihre Familien. Die Verantwortung kann sich ausweiten auf Lieferanten, auf Kunden, gar auf den ganzen Standort. Menke und seine Frau, die als Prokuristin in dem Unternehmen arbeitet, führen einen metallverarbeitenden Betrieb – und sie wollen in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen. Sie suchen für den 20-Mann-Betrieb (Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte) eine Nachfolge. Menke will die GmbH verkaufen. 

Menke-Produkt in Flugzeugen

Rund 1,5 Millionen Euro Umsatz macht das Unternehmen pro Jahr mit Metallwaren. Das sind überwiegend Drahtbiegeteile, aber auch Stanzumformteile und technische Federn. Menkes Erfolgsgeheimnis sind dabei Sonderteile: „Wir machen auch ein einziges Teil, wenn es erforderlich ist“, sagt er. 

Das Kundenspektrum ist weit gefächert und reicht von Firmen in der Nutzfahrzeugindustrie über Unternehmen der Luftfahrtindustrie bis hin zu Designern. Drahtbiegeteile von Menke sind an der Rückseite von Flugzeugsitzen zu finden, in Fahrradständern, als Kleiderbügel, als Schutzgitter für Scheinwerfer und Lampen, sogar in Viehställen als Verschlussfalle. Menke produziert Haken für Unternehmen der Kletterindustrie oder auch Stoppbügel für Rasenmäher. 

Nicht wahllos übergeben

Menke ist seit 2005 in Neuenrade an der Bahnhofstraße angesiedelt. Zuvor war das Unternehmen in Hohenlimburg. 1995 hatte Menke dort eine Firma übernommen und kontinuierlich weiterentwickelt. In Neuenrade erwarb er die damals leer stehende Halle am heutigen Firmensitz. Menke, der aus Werdohl stammt, will nun sein Unternehmen nicht wahllos an einen Nachfolger geben. 

Der Geschäftsführer hat durchaus Vorstellungen, die der potenzielle Firmenkäufer erfüllen soll: Fachliche und persönliche Eignung, vorzugsweise fundierte technische Kenntnisse im Metallbereich, aber eben auch kaufmännische Kenntnisse. Menke wäre nämlich sehr davon angetan, wenn der Betrieb seinen Standort in Neuenrade behielte – eben auch wegen der Mitarbeiter. So hat er einem potenziellen Nachfolger, weil der den Betrieb nach Süddeutschland verlagern wollte, abgesagt. 

Nachfolger braucht Eigenkapital

Menke kann sich zudem vorstellen, dass jemand aus der zweiten Reihe, der sich in seiner momentanen Firma nicht weiterentwickeln kann, möglicherweise ein geeigneter Kandidat wäre. Allerdings müssten Bewerber, so lässt Menke durchblicken, über genug Eigenkapital verfügen, denn der Betrieb soll verkauft werden.  „Wir sind schuldenfrei.“  Und er verspricht: „Ich werde später nicht unangemeldet aufkreuzen und ungefragt meinen Rat aufdrängen“.

Von Peter von der Beck

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