Meilertage: Zehntägiges Volksfest

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Landmaschinenvereins-Vorsitzender Robin Klöwer (v. r.), Pfarrer Andreas Schulte, Köhler Georg Sasse und weitere Helfer gönnten sich nach getaner Arbeit ein Feierabend-Bier. 

AFFELN - Mit den Meilertagen hat der Verein zur Erhaltung historischer Landmaschinen und Geräte Affeln am Freitagnachmittag ein zehntägiges Volksfest eröffnet. An der SGV-Hütte findet dort seither ein täglich wechselndes Programm statt.

Vereinsvorsitzender Robin Klöwer zeigt sich am Sonntagmittag mit dem Start sehr zufrieden: „Was man so an Resonanz aus dem Dorf hört, sind alle sehr angetan, was wir hier gestaltet haben. Es kommt sehr viel Zuspruch.“

Ab Sonntagvormittag wurden am Meiler mehr als 20 historische Traktoren ausgestellt. „Der älteste ist bestimmt noch aus den 50er-Jahren“, vermutete Klöwer. „Die Fahrzeuge kommen von unseren Vereinsmitgliedern, aber auch aus der übrigen Bevölkerung.“ Einige Mitglieder des Vereins würden in ihrer Freizeit alte Landmaschinen restaurieren, schilderte der Vereinsvorsitzende. Am Sonntagnachmittag veranstaltete der Musikverein Affeln seinen Tag der Musik am Meiler.

Am Samstag hatte der SV Affeln zum Sporttag an den Meiler gebeten. Rund 150 Bürger, so schätzte Klöwer, waren dem Ruf gefolgt. Diese hatten unter anderem an der Torwand mit Geschwindigkeitsmesser ihre Schusskraft unter Beweis gestellt. Bereits am Freitagnachmittag war der Kohlenmeiler angefacht worden. Zuvor zogen zahlreiche Schaulustige, die Instrumentalisten vom Musikverein Herscheid sowie die Führungsriege des Landmaschinenvereins samt Traktor und geschmücktem Anhänger vom Dorfplatz aus zur SGV-Hütte.

Dort angekommen sprach Pfarrer Andreas Schulte zunächst einige Fürbitten, nicht jedoch ohne vorab zu betonen, dass er in 26 Dienstjahren noch niemals einen Meiler gesegnet habe. Auch dem Feuer, welches an der Osterkerze entzündet worden war, sprach er seinen Segen aus. In den Fürbitten sprach er sich dafür aus, alte Handwerksberufe in Ehren zu halten. Ein Meiler, mit dem Holzkohle erzeugt werden kann, baut ein Köhler auf.

In Affeln war dies Georg Sasse. Der Experte bedankte sich, bevor der Meiler offiziell in Betrieb genommen wurde, „für die arbeitsfeste Truppe“, die er vor Ort vorgefunden habe. Dank der zahlreichen fleißigen Hände, die ihm geholfen hätten in den Tagen zuvor, sei es gelungen, einen Rekord aufzustellen: „So schnell habe ich noch nie einen Meiler aufgebaut.“

Eben diese fleißigen Hände vom Landmaschinenverein schritten dann wieder zur Tat: Köhler Sasse stieg auf den Meiler und die Affelner reichten ihm Schaufeln mit glühenden Kohlen. Kaum wurden diese ins Innere des Meilers verfüllt, begann dieser auch schon zu qualmen und nahm seine Arbeit auf. Pfarrer Schulte, Köhler Sasse und die Vereinsmitglieder begossen den Start der Meilertage zunächst mit einem Kräuterschnaps, dann mit einem Bierchen. Nachher wurde noch bis 3 Uhr morgens gefeiert.

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