Mehr als 100 Jahre alt: Königsorden beim Aufräumen gefunden

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Der Königsorden der Neuenrader Schützengesellschaft aus dem Jahr 1914.

Neuenrade - Beim Aufräumen blitzte es auf: Leicht verstaubt, ein wenig versteckt und völlig unscheinbar. Ein alter Orden mit der Inschrift „Schützenkönig 1914“. „Ob den wohl noch jemand braucht?“ hat sich Maria Grevener gefragt.

Den Kontakt zum Vorstand der Neuenrader Schützengesellschaft (NSG) baute ihre Nichte Margit Bartmann aus Menden auf, bevor der Orden entsorgt werden sollte. 

Die Antwort des Vorstandes war eindeutig: „Solche alten Schätze erzählen meistens nicht nur Schützengeschichte, sondern auch Stadthistorie“, sagte Schützenoberst Björn Sip, „wir würden uns sehr freuen, wenn wir ihn bekommen können“. 

Von 1914 bis 1920 Schützenkönig

Die Kreise können sogar noch weiter gefasst werden, dieses Stück Metall erzählt auch Weltgeschichte. Sein Träger, Wilhelm Stievermann, war von 1914 bis 1920 Schützenkönig in Neuenrade. In der harten Zeit während und nach dem Ersten Weltkrieg gab es keine Schützenfeste, erst 1921 wurde in der Hönnestadt wieder gefeiert – und in dem Jahr wurde Stievermann abgelöst von Karl Schmerbeck. 

Maria Grevener war als Haushaltshilfe bei Stievermanns angestellt. Diesen Job hat sie von ihrer großen Schwester Anneliese geerbt, die bis zu ihrer Hochzeit Mitte des vergangenen Jahrhunderts, täglich mit dem Zug aus Garbeck nach Neuenrade kam. Ihre kleine Schwester Maria, die Finderin des Ordens, wohnt heute noch am Rüterbruch in Neuenrade. 

Amüsantes und Kurioses

„Die NSG lebt davon, dass unterschiedliche Generationen den Verein bereichern“, sagte Sip. Deshalb war schnell klar, dass am Tag der Übergabe des Ordens auch Ehrenoberst Friedrich-Wilhelm „Koco“ Kohlhage eingeladen wird ins Café und Restaurant Karl. „Es war ein tolles Treffen“, schwärmt Vorstandsmitglied Domenic Troilo. Alte Geschichten wurden ausgepackt, viel Amüsantes und Kurioses aus längst vergangenen Tagen kam auf den Tisch, es wurde herzlich und viel gelacht. Mittendrin immer mal wieder Namen, die der Zweite Geschäftsführer Troilo nur vom Hörensagen kennt. 

Mit Blumen bedankte sich Domenic Troilo bei Maria Grevener und ihrer Familie für die Übergabe des mehr als 100 Jahre alten Königsordens der Neuenrader Schützen.

Für die Info, dass der König von 1914 als damaliger Geschäftsführer bei Schürmann&Hilleke bekannt war, brauchte „Koco“ keine Chronik, das hat er neben vielen weiteren Details bekanntermaßen im Kopf. 

Ältester erhaltener Orden

Mit Dankbarkeit haben die Verantwortlichen der NSG den Orden von Grevener entgegen genommen, ist es doch das älteste Modell ihrer Gesellschaft, über das die Neuenrader noch verfügen. Der Orden wird nun vorerst von Oberst Björn Sip verwahrt, der mit dem Schützenvorstand auf die richtige Verwendung wartet. 

Am kommenden Sonntag, 28. Juli, verleihen die Neuenrader Schützen einen weiteren Königsorden. Dann an den neuen König, der im Rahmen des NSG-Festwochenende (Freitag, 26. Juli, bis Sonntag, 28. Juli) ermittelt wird. „Bis auf die Jahreszahl ist die Inschrift noch immer gleich“, erklärte Troilo. 

Jedes Jahr ein etwas anderes Design

Das Design des Königsordens ist allerdings in jedem Jahr ein etwas anderes. „Mal ist der Orden etwas verzierter, oder die Größe verändert sich ein wenig. Da legen wir Wert auf Individualität“, so Domenic Troilo. Hergestellt wird der Orden für den Neuenrader König übrigens seit vielen Jahren von einer Spezialfirma.

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