Mehr als 70 Häuser stehen leer

NEUENRADE ▪ Es ist eine beeindruckende Zahl: 74 leerstehende Häuser einschließlich der Dörfer auf Neuenrader Stadtgebiet. Das entspricht der Größe eines ganzen Dorfes. Und 62 der leeren Häuser finden sich auch noch innerhalb der Grenzen der Kernstadt.

Heinrich Vogel, der sich bei der Bauverwaltung mit der Angelegenheit befasst, sagte: „Das muss man sich ‘mal vor Augen führen. Und dabei handelt es sich um echte Ein- bis Dreifamilienhäuser, die früher mal bewohnt waren“.

Und in Zukunft werden wohl noch mehr leere Häuser hinzukommen, falls es nicht zu erheblichen Verkäufen kommt. Denn die Verwaltung hat sich auch das Lebensalter und die Wohnsitze anhand der Meldedaten angeschaut: So gibt es in Neuenrade und den Dörfern 243 Häuser, die von Einzelpersonen bewohnt werden. Und 35 Prozent dieser Singles sind über 75 Jahre alt. All das sind beeindruckende Zahlen, die man wirken lassen muss.

Und am Ende geht es um den drohenden Verfall der Immobilienwerte. Doch die Verwaltung will gegensteuern und hatte unlängst einen interessanten Gast aus Hiddenhausen, der ein preisgekröntes Konzept dieser ostwestfälischen Stadtverwaltung präsentierte. In Hiddenhausen hatte man ein Konzept entwickelt, um jene leerstehenden und noch bewohnten Häuser an den Mann zu bringen. Nach einer schonungslosen stadtplanerischen Analyse machte man sich an die Arbeit. So gab es jährliche Förderungen seitens der Kommune. Auch gab es ein einmaliges Gutachten für die jeweiligen Altimmobilien. So wurde den Eigentümern nicht nur ein realistischer Marktpreis präsentiert, die Interessenten erhielten einen Überblick über den Sanierungsaufwand. Zudem warb man offensiv für die Altbauten, warb mit den Vorteilen der bereits vorhandenen Infrastruktur (große Grundstücke meist schon vorhandenen Terrassen, Garten und Garage), am Ende hatte das Hiddenhausener Konzept Erfolg. Zumindest gab es Zuzüge von außerhalb, Ressourcen wurden geschont.

Nun sind die Fachgremien des Neuenrader Stadtrates an der Reihe. Sie müssen die Rahmendaten für eventuelle Förderungen festlegen. ▪ Peter von der Beck

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