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Mehr als 250 Unterstützer für vier alte Bäume

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Von: Maximilian Birke

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Die Baumfreunde Petra Rotthaus, Susanne Luga und Janina Lohmann (von links) übergaben Bürgermeister Wiesemann die Unterschriftenliste.
Die Baumfreunde Petra Rotthaus, Susanne Luga und Janina Lohmann (von links) übergaben Bürgermeister Wiesemann die Unterschriftenliste. © Birke, Maximilian

Der Widerstand gegen die Fällung von vier Bäumen für den Ausbau der Burggrundschule in Neuenrade wächst weiter. Die sogenannten Baumfreunde, eine neu gegründete Gruppe, haben jetzt Unterschriften gesammelt und machen sich auf diese Weise für den Erhalt der zwei alten Linden und zwei Buchen stark. 

Neuenrade ‒ „Unter erschwerten Corona-Bedingungen“, wie Janina Lohmann von den Baumfreunden sagt, hätten die Baumfreunde Unterschriften gesammelt. 254 Unterstützer konnte die Gruppe dennoch für ihr Anliegen gewinnen. Sie hat also die Rückendeckung vieler Bürger.

Die Unterschriftenliste haben Janina Lohmann, Petra Rotthaus und Susanne Luga jetzt an Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) überreicht. Er nahm sich darüber hinaus die Zeit für ein Gespräch mit den engagierten Neuenraderinnen, lobte ihr Engagement und betonte, dass auch er grundsätzlich für den Erhalt von Bäumen sei. In diesem Fall allerdings liege der Fokus bei der Planung klar darauf, die bestmögliche Lösung für die jungen Schüler zu finden. Die Burggrundschule soll wegen veränderter Raumanforderungen durch ein Ganztagsangebot erweitert werden.

Dass dafür mindestens drei der vier Bäume gefällt werden müssten, macht die Baumfreunde, die zum Teil in der direkten Nähe wohnen, betroffen. „Mir kommt das vor wie die schnellste und einfachste Lösung“, äußerte Janina Lohmann offen und fragte nach Alternativlösungen. Die könnten zum Beispiel von Architekten kommen, die besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legen. Wiesemann dementierte, dass die Verwaltung den einfachsten Weg gehe. „Wir kämpfen schon um jeden Baum hier in Neuenrade. Wir sind eine von ganz wenigen Kommunen hier in der Region, die noch eine Baumschutzsatzung hat“, betonte er und erinnerte unter anderem an einen Baum auf dem Gelände des Aldi-Marktes, vor den sich die Verwaltung schützend gestellt habe.

Der Planungsauftrag für die Erweiterung der Grundschule sei vom Bauausschuss einstimmig genehmigt worden. Jetzt noch einmal neu anzufangen mit einem anderen Planungsbüro, würde eine Menge Geld kosten. „Das müsste ich als Bürgermeister dann auch beanstanden. Der Beschluss war eindeutig.“

Vor allem gehe es bei dem Bauvorhaben darum, dass sich die Grundschüler wohlfühlen. „Aber das könnte doch auch mit den Bäumen geschehen, wenn man die Erweiterung anders durchführt“, sagte Lohmann und schlug vor, die Grünfläche bei den Bäumen zum Beispiel als Spielfläche für die Kinder zu nutzen. Auf dem gepflasterten Schulhof würden ihrer Meinung nach eher wenige Kinder spielen.

Antonius Wiesemann kündigte an, in der nächsten Ratssitzung, in der die Erweiterung der Burgschule ohnehin noch einmal Thema sein wird, von der Unterschriftenliste zu berichten.

Bei den Baumfreunden blieb zunächst der Eindruck, dass das Vorhaben schon in trockenen Tüchern sei. „Ich war von dem Gespräch im Nachhinein wirklich erschrocken“, sagte Janina Lohmann. Die Baumfreunde wollen sich weiter für den Erhalt der Linden und Buchen stark machen. Nicht nur vor dem Hintergrund, dass „sie zum Stadtbild und zum Gesamtbild der Eulengasse gehören“, sondern auch, weil darin regelmäßig abends Käuze zu beobachten sind. Außerdem seien die Bäume wohl 250 bis 300 Jahre alt, meint Lohmann.

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