Seit 30 Jahren in der Branche

Mehmet Erol: Sogar im Traum brät er Hähnchen

Mehmet Erol kommt mit dem „Knusper-Grill“-Hähnchenwagen immer donnerstags nach Neuenrade.
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Mehmet Erol kommt mit dem „Knusper-Grill“-Hähnchenwagen immer donnerstags nach Neuenrade.

Immer donnerstags weht ein verführerischer Duft über den Parkplatz vor dem Rewe-Markt an der Werdohler Straße in Neuenrade. Wer über den Parkplatz geht, hebt leicht den Kopf und schnuppert.

Kaum einer, der nicht einen Blick zu dem Imbisswagen wirft, wo sich etliche Reihen von Hähnchen langsam auf dem Gasgrill drehen. Kross und knusprig sehen sie aus. Ab und zu tropft Fett. Viele Neuenrader können sich nicht beherrschen, machen Halt und ordern Brathähnchen.

Sehr zur Freude von Mehmet Erol – schließlich bekommt er zu seinem Stundenlohn auch noch Prozente. Und der Standort Neuenrade ist gut. „Donnerstagabends bin ich immer ausverkauft. Ich bin ein guter Arbeiter,“ sagt er augenzwinkernd. „Ich bin Profi – eben der Hähnchendoktor.“

Zuhause muss es nicht unbedingt Hähnchen sein

Mehmet Erol hat immer gute Laune und das gehört auch zum Job. Seit 30 Jahren sei er in der Branche und verkaufe Hähnchen. Kein Wunder, dass er „auch nachts“ von seiner Arbeit träumt, „Hähnchen vom Spieß holt und verkauft“. 46 Jahre alt ist er, verheiratet und drei Kinder hat er auch. Wenn Erol abends nach Hause kommt, isst er erst einmal das, was ihm seine Frau gekocht hat. Tagsüber rührt Erol nichts an. Das Essen seiner Frau sei immer gut – nur Hähnchen muss es nicht unbedingt sein. Dass er die eigenen Hähnchen isst, komme nur zwei oder dreimal im Monat vor.

Die Neuenrader und Balver kennen ihn jedenfalls und er hat hier seine Stammkunden. Und so kommt immer wieder Kundschaft zum Hähnchenwagen. Erol fragt kurz, wie es geht, bevor er – wie gewünscht – „zwei Halbe in zwei Tüten“ verkauft. Erol wünscht noch „Alles Gute“, bevor schon der nächste Kunde wartet.

Hinten warm und vorne kalt

Freundlich und gut gelaunt ist Mehmet Erol schon von Natur aus. Und für den Hähnchenverkauf ist das auch sicher nicht von Nachteil. Der Job hat allerdings seine Tücken: Hinter Erol ist es warm durch die Hitze vom Grill, von vorne kommt im Winter die Kälte in den Wagen. Auch das stundenlange Stehen hinter dem Verkaufstresen ist sicher nicht angenehm. Dennoch muss Mehmet Erol seinen Job lieben.

Am Gasgrill werden die Hähnchen knusprig gebraten, anschließend von Mehmet Erol zubereitet und an die Kundschaft in Neuenrade verkauft.

Denn er wohnt im Witten, sein Arbeitstag beginnt um 10 Uhr und endet gegen 19.30 Uhr. Die Wochentour startet in Hamm (montags), setzt sich in Leverkusen (dienstags) fort, noch einmal ist Hamm am Mittwoch an der Reihe, am Donnerstag ist er in Neuenrade und am Freitag schließlich verkauft er in Wuppertal Hähnchen.

Hähnchen können auch vorbestellt werden

Klare Sache, dass man bei ihm die Hähnchen auch vorbestellen kann. Aber nicht mehr als 20 Stück, weil das eine entsprechende Vorbereitung bedeuten würde. Mal eben die Hähnchen wegkaufen – das macht er nicht: „Sonst sind die anderen Kunden sauer.“

Auch ein Kompliment gibt es an diesem Donnerstag für Mehmet Erol aus der Kundschaft: So schwört ein Kunde aus Dahle auf diese Hähnchen: „Die schmecken affengeil“, sagt er. Mehmet Erol wird es freuen, das zu hören.

„Hähnchendoktor“ fährt einen Wagen vom Knusper-Grill

Der „Hähnchendoktor“ fährt einen Wagen von Knusper-Grill. Die Firma sitzt in Bochum. Laut Homepage besteht das Knusper-Grill-Team aus rund 50 Mitarbeitern. Die Hähnchen beziehe man aus deutschen Landen – der Qualität wegen. Das Unternehmen sei im Umkreis von 100 Kilometern um Bochum herum an vielen Ecken vertreten. „Wir haben über 70 feste Standplätze“, heißt es.

Nicht nur Hähnchen haben die Verkaufswagen im Programm: Auch Putenoberkeulen und Haxen werden verkauft. Und wer möchte, kann sich einen Hähnchenwagen für eine Party ordern – wenn Corona dann irgendwann einmal Geschichte ist. Und: Wer Hähnchen verkaufen möchte, ist willkommen. Verkaufsfahrer werden laut Homepage noch gesucht.

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