Zulassung ist erfolgt

Medizinisches Versorgungszentrum: Ab sofort gibt es Termine

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Kümmern sich um die Geschicke des Medizinischen Versorgungszentrums: (von links) Gerhard Schumacher, Renate Bojarzin-Kraus, Daniel Wingen, Michael Beringhoff und Antonius Wiesemann.

Neuenrade – Ab sofort können sich Patienten Termine im Medizinischen Versorgungszentrum Neuenrade (MVZN) geben lassen: Am 2. Januar geht das MVZN, das als Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) betrieben wird, an den Start.

Die Mitglieder des MVZN-Verwaltungsrates beschlossen am Mittwoch während der zweiten Sitzung dieses Gremiums im Rathaus den Wirtschaftsplan für das kommende Jahr. 

Zudem stellte sich die Medizinerin Renate Bojarzin-Kraus dem Verwaltungsrat vor. Die 60-jährige Ärztin wird sich gemeinsam mit MZVN-Leiter Michael Beringhoff an der Zweiten Straße um das Wohl der Patienten bemühen. 

„Die Öffnungszeiten werden zum Teil bis 19 Uhr ausgeweitet. Das wird insbesondere für Berufstätige hilfreich sein“, stellte Verwaltungsrat-Vorstand Daniel Wingen (CDU) fest. Nachdem Sozialdemokrat Thomas Wette sich erkundigt hatte, ob im Wirtschaftsplan Mittel für die Gestaltung eines Logos eingeplant seien, präsentierten Wingen und Beringhoff das bereits fertige Logo. „Wir haben in den vergangenen Wochen sehr viel parallel gearbeitet. Ansonsten hätten wir abwarten müssen, ob der Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung uns grünes Licht gibt“, sagte Wingen. Diese, für die AöR positive Entscheidung, sei am 11. Dezember gefallen. „Es gab keine Bedenken. Man hat uns viel Glück gewünscht“, erläuterte Vorstand Gerhard Schumacher. 

Fachkundige Unterstützung

Schumacher stellte den Wirtschaftsplan 2020 vor, der mithilfe eines fachkundigen Gesundheitsökonoms erstellt worden sei. Der Plan endet mit einem geschätzten Überschuss in Höhe von 3139 Euro. Das Ziel des MVZN sei keineswegs eine Ertragsmaximierung oder die Erwirtschaftung eines Gewinns für die Stadt Neuenrade. Es gehe ausschließlich um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Demzufolge könne man unterm Strich mit einer schwarzen Null zufrieden sein. 

Das neue Logo des Medizinischen Versorgungszentrums wurde am Mittwoch präsentiert.

Mit dieser Aussage konnte sich Ratsmitglied Heinz Friedriszik (Freie Wählergemeinschaft Neuenrade/FWG) nicht anfreunden: „Ich sehe eine schwarze Null sehr kritisch. Schließlich müssen wir auch über die Finanzierung von Neuanschaffungen im Versorgungszentrum nachdenken.“ Schumacher hielt dagegen: Dem Plan lägen aus kaufmännischer Sicht vorsichtige Schätzungen im Hinblick auf die Patientenzahlen zugrunde. Christdemokrat Mark Hantelmann lobte diese „solide Grundlage“. 

FWG-Mitglieder enthalten sich

Doch Friedriszik hatte weitere Anmerkungen: Das Zahlenwerk spiegele nicht die Absicht der AöR wider, weitere Mediziner einzustellen oder das MVZN zu verlagern, falls mehr Platz benötigt werde. Auch das könne im Wirtschaftsplan nicht berücksichtigt werden, sagte Schumacher: „Wenn ich nicht weiß, wann weitere Ärzte kommen oder wann ein Umzug notwendig wird, ist keine seriöse Darstellung im Wirtschaftsplan möglich.“ Das konnte Sozialdemokrat Frank Bäcker nachvollziehen, er wünschte sich jedoch einen Zusatz, aus dem klar hervorgehen solle, dass die AöR weitere Mediziner einstellen wolle. 

Das, so unterstrich Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU), sei mehrfach protokolliert worden. Auch, dass sich an der Zweiten Straße in der Praxis von Michael Beringhoff lediglich die „Keimzelle“ des MVZN befinde und man eine Vergrößerung anstrebe, sei mehrfach erwähnt und niedergeschrieben worden. Bei der abschließenden Abstimmung über den Wirtschaftsplan enthielten sich die FWG-Mitglieder Friedriszik und Detlef Stägert. 

Vermittlungsprämie existiert weiterhin

MVZN-Leiter Beringhoff und Bürgermeister Wiesemann appellierten an alle Neuenrader, weiterhin „zu trommeln, um noch weitere Ärzte für Neuenrade zu gewinnen“. Und Hantelmann unterstrich: „Die Vermittlungsprämie in Höhe von 10 000 Euro steht weiterhin im Haushalsplan.“ Es lohne sich also auch finanziell, Mediziner im Bekanntenkreis anzusprechen und zu werben.

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