Versorgungszentrum: Die Fronten bleiben verhärtet

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Auch das Hönne-Med-Center und ob dort Räumlichkeiten zur Verfügung stehen oder nicht, war Thema in der Ratssitzung.

Neuenrade - Die Ratssitzung am Dienstagabend war fast schon vorbei, da meldete sich Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) zu Wort und griff die Berichterstattung über den Widerstand großer Teile der Opposition zum organisatorischen Konzept des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) auf.

„Warum spricht man nicht mit uns?“ fragte das Stadtoberhaupt. So verstehe er nicht die Kritik an einem ehrenamtlichen Vorstand. In Rheinland-Pfalz funktioniere dieses Modell bereits: „Die schaffen das auch.“ Und dass es sich dabei um Ratsherren handele, habe die Verwaltung extra so konzipiert, denn es gehe um Transparenz. So könnten alle Vorgänge auch in die Fraktionen getragen werden. Vor diesem Hintergrund habe man einen Vorstandsposten auch dem SPD-Fraktionschef Thomas Wette angeboten, der aber abgelehnt habe. 

Auch zur Gebäudesituation verlor Wiesemann ein Wort. Gemeinsam mit Bauamtsleiter Marcus Henninger sei man im Ärztehaus (Hönne-Med-Center) gewesen, um sich die Örtlichkeiten wegen der Anfrage der SPD anzuschauen. Dabei habe der Vermieter aber nichts angeboten, habe nichts über eventuelle Umbaukosten verlauten lassen, die er übernehmen wolle. Zudem sagte der Bürgermeister, man habe ihm zugetragen, dass im Ärztehaus ein erheblicher Renovierungsstau bestehe. Jedenfalls zum Zeitpunkt der SPD-Anfrage habe für ein MVZ dort nichts zur Verfügung gestanden. Und niemand habe die Verwaltung informiert, dass sich das geändert habe. 

Wingen kritisiert schlechten Stil

Daniel Wingen, stellvertretender CDU-Fraktionschef, betonte, dass es ja kein guter Stil sei, aus der Presse zu erfahren, dass nun etwas zur Verfügung stünde. Und: „Die CDU-Fraktion wünscht, jetzt so zu verfahren, wie geplant“. 

SPD-Mit-Fraktionschef Wette betonte, dass auch die Formulierung in der Verwaltungsvorlage bezüglich der im Ärztehaus zur Verfügung stehende Räumlichkeiten („Dies ist nicht der Fall“) dann schlecht sei. Wette hatte aus seiner Sicht Grundsätzliches zu sagen. Es sei falsch „so ein Projekt gegen die Ärzteschaft“ durchzuziehen. Auch, alles in ehrenamtliche Hände zu legen, gehe nicht. Und: Hier sei der Rat, „hier müsse entschieden“ werden – „nicht im Hinterzimmer“. 

Wird "einfach nur miese Stimmung gemacht"?

Daniel Wingen sagte, dass „einfach nur miese Stimmung“ gemacht würde. Selbstverständlich könne alles so funktionieren wie geplant. Man habe mit Michael Beringhoff einen erfahrenen Arzt an Bord und noch einen Berater, warum solle sich die Stadt auf SPD-Wunsch noch einen kaufmännischen Geschäftsführer für teures Geld ans Bein binden. Wingen sagte auch: Wenn es am Ende gut laufe mit dem MVZ, dürfe sich die Opposition den Erfolg auch nicht ans Revers heften. Ludger Stracke (CDU) brachte noch einen anderen Aspekt ins Spiel: Mögliche langfristige Mietverträge zur Finanzierung von Umbaukosten nehme dem Projekt MVZ auch Flexibilität. 

Die Diskussion wogte noch ein paar Mal hin und her ohne Konsens und neue Argumente. FWG-Chef Bernhard Peters formulierte noch einmal eindeutig, was seine Fraktion will: Barrierefreiheit fürs Ärztehaus und eine ordentliche Parkplatzsituation. Es gab auch noch eine Anfrage der CDU an die Verwaltung. Man möge schriftlich bei dem Vermieter des Ärztehauses, Fritz-Dieter Hillecke, das beanstandete Vorgehen abfragen.

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