Opposition nennt Alternativen

Medizinisches Versorgungszentrum: Diskussion um Standort neu entfacht

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Der Eingang zum Medizinischen Versorgungszentrum in Neuenrade.

Neuenrade – Mohana Thayapararajah verstärkt das Ärzteteam des Medizinischen Versorgungszentrums Neuenrade (MVZN).

Die 46-Jährige steigt in diesem Monat in die Praxisarbeit ein, wurde in der vergangenen Woche von der Stadt und den Verantwortlichen des MVZN-Verwaltungsrates vorgestellt

Die Neuenrader SPD nimmt diesen personellen Zuwachs zum Anlass, die Standortdiskussion um das Versorgungszentrum noch einmal richtig zu entfachen, nachdem die Verantwortlichen selbst diese bereits angestoßen hatten. 

SPD froh über weitere Ärztin

„Die SPD Neuenrade heißt die weitere Fachärztin für Allgemeinmedizin, Mohana Thayapararajah, für das MVZN herzlich willkommen und wünscht ihr viel Erfolg und Freude bei der medizinischen Betreuung der Neuenrader“, heißt es in der Mitteilung der Sozialdemokraten zunächst. Der Ortsverein begrüßt es, dass sich Thayapararajah für Neuenrade entschieden hat. 

„Ganz besonders freuen wir uns, dass das von der SPD initiierte und befürwortete Konzept, Ärzten die Möglichkeit zu geben, im Angestelltenverhältnis als Allgemeinmediziner arbeiten zu können, jetzt beim MVZN erfolgreich ist“, schreiben die Sozialdemokraten weiterhin. 

Moderner, größer und barrierefrei

Es sei deswegen an der Zeit, dass sich Vorstand und Leitung des Medizinischen Versorgungszentrums um moderne, größere, barrierefreie und auch mit ausreichendem Parkraum ausgestattete Praxisräume bemühten. „Dies war von Anfang an das Ziel der SPD“, heißt es in der Mitteilung, die von Fraktionschef Thomas Wette verschickt wurde. 

Mehr zum Medizinischen Versorgungszentrum Neuenrade lesen Sie hier.

Standort des Medizinischen Versorgungszentrums ist aktuell die Praxis von Landarzt Michael Beringhoff an der Zweiten Straße. Beringhoff fungiert auch als ärztlicher Leiter der Einrichtung. Für diesen Standort hatten sich die Stadtverwaltung und die CDU als Mehrheitsfraktion im Rat ausgesprochen. Sein Ratsmandat für die Christdemokraten hatte Beringhoff nach der Wahl zum ärztlichen Leiter niedergelegt. 

Kontroverse Diskussion

Schon vor der Entscheidung für die Praxis an der Zweiten Straße hatte die Opposition diesen immer wieder kritisiert und dies unter anderem mit einer fehlenden Barrierefreiheit und aus ihrer Sicht zu wenigen Parkmöglichkeiten in Praxisnähe begründet. In der Tat sind 19 Stufen bis zur Praxis zu überwinden, allerdings kann Beringhoff bei Bedarf einen barrierefreien Behandlungsraum im Erdgeschoss anbieten. 

Die Opposition hatte schon damals immer wieder das Hönne-Med-Center an der Werdohler Straße als Alternative ins Spiel gebracht. Diese Karte zieht die SPD nun erneut. „Es kommt für uns das Hönne-Med-Center in Frage, das seit vielen Jahren Möglichkeiten bietet. Das Neubauprojekt am Wall in der Nähe der Wohnanlagen für Senioren, Mühlendorf und Stadtgarten, wäre auch ein möglicher Standort“, schreibt die SPD. 

Auch das Umfeld soll barrierefrei werden

Dem Neuenrader Ortsverein sei es zudem wichtig, dass das gesamte Umfeld barrierefrei gestaltet werde. „Damit wäre das MVZN eine runde Sache“, finden die Sozialdemokraten. 

Die Verwaltung hatte in der langen und durchaus kontrovers geführten Diskussion um den Standort immer wieder betont, bei der Praxis an der Zweiten Straße handele es sich lediglich um eine Art „Keimzelle“. Bei einer möglichen Erweiterung würden andere und durchaus auch barrierefreie Räumlichkeiten in den Blick genommen. 

Defizit von rund 80 000 Euro

Zusätzlich befeuert werden könnte die Diskussion um den Standort durch die Unterlagen für die Sitzung des MVZN-Verwaltungsrates, die in der kommenden Woche stattfinden soll. Dort geht es zunächst darum einen Nachtragshaushalt zu verabschieden, weil unter anderem durch die Einstellung der neuen Ärztin für das laufende Jahr ein Defizit von rund 80 000 Euro entsteht. 

In den Unterlagen halten sich die MVZN-Vorstände Gerhard Schumacher und Daniel Wingen mit Prognosen zur Entwicklung der Einrichtung über 2020 hinaus noch zurück. Sie weisen darauf hin, dass für die Jahre 2021 bis 2023 noch keine Aussage getroffen werden könne, weil unter anderem wichtige Grundsatzentscheidungen für die künftige räumliche Entwicklung noch nicht getroffen worden seien. „Da sind wir in Gesprächen“, sagte Schumacher erst Mitte der Woche auf Nachfrage der Redaktion.

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