400 Fans rocken in Küntrop

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Fast 400 Fans kamen in Küntrop voll auf ihre Kosten.

KÜNTROP - Das Mini-Festival Mayperlorama in Küntrop braucht keine Werbung mehr. Wenn am 30. April auf dem Kulturhof Schulte in den Mai gerockt wird, ist die sprichwörtliche Bude auch so voll.

Annähernd 400 Rockmusik-Fans waren auch am Montag wieder nach Küntrop gepilgert, um sich die Ohren freipusten zu lassen. Und sie bekamen, was sie verlangten. 

Den Abend eröffneten die Lokalmatadore der Entspannungsminister. Sänger Maik Wiesegart wurde zwar nicht müde zu betonen, „dass wir heute ja nur die Vorgruppe sind“, doch zum einen glaubte ihm das im Schuppen des Kulturhofes sowieso keiner und zum zweiten war ihm und seinen Mitstreitern auf der Bühne anzumerken, dass sie „Bock auf Rock“ hatten.

Für dieses Rock-in-den-Mai-Event hatten die Minister ein extrem abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Beinahe jeder Song deckte ein komplett anderes Genre ab. Ob Indie mit „Chasing Cars“ von Snow Patrol, Pop-Rock mit „What’s up“ von 4 Non Blondes, Metal-Funk-Crossover mit „Killing in the Name“ von Rage Against the Machine oder der Groove-Klassiker „Long Train Running“ von The Doobie Brothers: Die entspannten Musiker hatten einfach alles drauf. 

Und sie bewiesen auch noch Geschmack. Statt die von anderen Coverbands überstrapazierten „We Will Rock you“, „Radio Gaga“ oder „We are the Champions“ ein weiteres Mal zu interpretieren, wählten sie von Queen den Hardrock-Stampfer „I Want it all“. Ein live schwierig zu spielendes Lied, dass sie aber scheinbar mühelos über die Rampe brachten, auch wenn Sänger Wiesegart meinte, „dass wir das noch ein wenig üben müssen“. 

Nach einer kleinen Umbaupause kam dann Virgin (zu Deutsch: Jungfrau). eine Band aus Iserlohn, auf die Bühne. Ihr Programm zielte vorwiegend auf die 60er- und 70er-Jahre, als The Rolling Stones, The Kinks, The Who, The Beatles und Cream die frühen Rock ‘n’ Roller wie Elvis aus den Musikboxen verdrängten.

Ganz so jungfräulich ist die sauerländer Band nicht mehr: Gitarren-Künstler Thomas Hesse, Percussionist Rüdiger Schilling, Sänger Richard Hagel, Drummer Friedbert Falke und Udo Gersdorf am Bass haben etwa schon in bekannten Truppen wie Peewee-Bluesgang und Grobschnitt Erfahrungen gesammelt. Und auch die Formation Virgin selbst gründeten sie bereits in den 70er-Jahren. Die Lust am Rocken haben sie hör-, sicht- und spürbar nicht verloren. 

So dehnten sie bereits das erste Stück ihres Konzertes zu einer Live-Maxi-Version aus. Instrumentale Jams auf den Melodien, die einst aus Rock ‘n’ Roll und Blues den Hardrock entstehen ließen, sind die Spezialität der Iserlohner. Während sie sich so in Rage spielten, nickten Jung und Alt vor der Bühne in Gedanken versunken den Kopf im Takt zur Musik. 

Zumeist drückten Virgin aufs Gaspedal, ließen Doors, Jimi Hendrix, J. J. Cale, Free und Cream das Sauerland erobern, als wäre es immer noch 1969 und die Hippies versuchten weiter mit Blumen im Haar die Welt zu verändern. Krachige Urgewalt vermengten die Musiker von Virgin mit der Schönheit, die einem Aufbruch, einem Erblühen innewohnt.

Von frühlingshaften Aufbruch war derweil draußen vor den Toren nichts zu spüren. Ein wirklich unangenehmer Wind hatte die Temperaturen auf acht Grad heruntergekühlt. Immer wieder einsetzender Regen machte die Toilettengänge und Rauchpausen zur Tortur. Da machte es sich richtig bezahlt, dass die Wände des Kulturhofes Schulte eigens für das Mayperlorama frisch isoliert worden waren.

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