Fünftklässler in drei Etappen begrüßt

Maskenpflicht trübt Schulstart in Neuenrade

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Ein besonderer Jahrgang: Fünftklässler warten unter Pandemiebedingungen auf ihre erste Schulstunde in der Hönnequell-Schule.

Neuenrade – Es ist ein merkwürdiger Schulstart für die Fünftklässler der Hönnequell-Schule (HQS). Vermummt mit dem Mund-Nase-Schutz müssen die Kinder – begleitet von ebenfalls vermummten Eltern und Lehrern – bei tropischen Temperaturen einen wichtigen Lebensabschnitt beginnen.

Der Besuch der weiterführenden Schule stellt Weichen. Schulleiterin Eva Päckert formulierte das zur Begrüßung in der Aula so: „Das gemeinsame Ziel ist es, die Kinder zu selbstbewussten, eigenständigen Menschen zu machen, die mit beiden Beinen im Leben stehen.“ Die Eltern könnten den Kindern beim Erwachsenwerden zuschauen. „Die Vorpubertät wird bei ihnen einziehen.“ So oder ähnlich musste Päckert das drei Mal erzählen, denn die drei neuen Klassen mit rund 70 Schülern wurden nacheinander in die HQS geleitet. 

Zuvor war die Schulleiterin auf die Corona-Situation eingegangen. Alles sei anders, man könne gar nicht die Gesichter sehen. „Aber damit müssen wir alle irgendwie leben.“ Mindestens bis Ende August gelte nach den Vorschriften des Schulministeriums überall auf dem Schulgelände die Maskenpflicht, doch es werde auch Maskenpausen geben, versprach Päckert. In den Klassen werde dafür gesorgt, dass man in Ruhe essen und trinken könne. Die Masken könnten zwischenzeitlich auch abgenommen werden. Da würden die Lehrer kreative, aber regelkonforme Optionen finden. 

Im Herbst schon "alte HQS-Hasen"

Päckert warb bei Eltern und Kindern darum, bei Problemen und Schwierigkeiten auf Kommunikation zu setzen und die vielen Ansprechpartner zu nutzen, seien es Klassenlehrer, Mitschüler oder Sozialarbeiter. Päckert wünschte den Neuen trotz der Umstände „einen wunderbaren Start“. „Spätestens zu den Herbstferien werdet ihr alte HQS-Hasen sein.“ Hilfreiches und Organisatorisches kam dann von Abteilungsleiter Marcus Lubiensky: Er hielt den Schulplaner in die Höhe, der für Schüler und Eltern wichtiger Informationsträger sein wird. In diesem werden unter anderem Hausaufgaben, Termine, Entschuldigungen und , Telefonnummern notiert. 

Alle vermummt bei der Einschulungsfeier.

Auch Bürgermeister Wiesemann (CDU) war vor Ort – zumindest virtuell. Er hatte im Vorfeld eine Rede gehalten, die er vor der Hönnequell-Schule hatte aufnehmen lassen. Sie wurde als Video via Laptop auf die Großbildleinwand in der Aula übertragen. Die Rede war erfreulich kurz. Wiesemann verwies darauf, dass die Schule und ihre Schüler elementar für die Stadt seien. „Ihr seid unsere Zukunft.“ Auch deshalb hege und pflege die Stadt die Schule und habe viel investiert, damit die Kinder gute Rahmenbedingungen hätten. 

Mit Maske hinter den Klassenlehrern her

Aufgelockert wurde die Atmosphäre in der Aula immer wieder durch Livemusik. Zumindest spielte Musiklehrer Kirchhoff ein paar Stücke auf dem Klavier. Dann wurden Ahmed, Kimberly, Mireille und Co. aufgerufen, marschierten alle mit Maske hinter ihren Klassenlehrern her. Eltern, jeweils zwei Begleiter waren zugelassen, blieben verstreut auf Abstand in der Aula zurück. 

Schulleiterin Eva Päckert begrüßte die neuen Fünfer.

Die Maskenpflicht stößt den Kindern übrigens sehr sauer auf. Ganz deutlich wurde gestern Amelie: „Ich hasse Masken. Ich finde sie doof. Kurz und schmerzlos war auch das Statement von Allessandro zur Maskenpflicht: „Das ist Mist.“ Nicht viel besser ist das Urteil der befragten Eltern. Von Miriam Tekin hieß es gestern: „Ich halte davon nichts – vor allem nicht bei der Hitze. Da gedeihen hinter der Maske doch erst recht Bakterien, Viren und Pilze. Das ist nicht gesund. Und auch die Konzentration leidet.“ Überhaupt nicht nachvollziehen kann die Mutter, dass auch draußen auf dem Schulgelände Maskenpflicht herrsche. Sie empfiehlt mal zu schauen, wie es in andern Ländern gehandhabt wird. Vielleicht könne man davon etwas lernen. Grundsätzlich ist sie der Ansicht, dass man lernen müsse mit derartigen Viren zu leben. Man dürfe es nicht übertreiben. 

Maske häufiger wechseln

Für die Kinder sei das mit der Maske anstrengend und man müsse die Maske häufiger wechseln, hieß es von Familie Vassis. Kritisch sieht auch die Mutter von Amelie die Maskenpflicht. „Nur normale Hygiene, Abstände einhalten, dann läuft das.“ Die Lehrer versuchen das Beste aus der Situation zu machen. „Wir können Nischen einbauen, damit die Kinder die Masken mal ablegen dürfen, um durchzuschnaufen“, sagte der pädagogische Leiter, Manfred Leiß.

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