The Majors setzen auf Eigenkreationen

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The Majors. ▪

NEUENRADE ▪ Kultur in der Hönnestadt bedeutet auch eine erstaunlich feine Musikszene. Musiker aller Alterklassen und Genres, von volkstümlich bis progressiv, bereichern das Leben. Beim Schuljubiläum gibt es ein Rockkonzert. Da spielt unter anderem The Majors:

Felix Busch ist der Älteste. Mit 19 Jahren ist der Drummer als Einziger kein Schüler mehr, macht schon eine Ausbildung. Dabei ist er bei The Majors allerdings erst seit knapp zwei Wochen. Jannik Filter, Sänger und Gitarrist, ist der Wortführer. Er bringt die Grundideen zu den meisten Songs, wie auch zu den Lyrics. Der 16-Jährige setzt sich aber auch oft abends mit dem 17-jährigen Nils Schulte, ebenfalls Gitarre und Gesang, zusammen. Die beiden bilden, ob es nun um Texte geht oder um Kompositionen, ein gutes Team. Nils hat einen kleinen Bruder. Der erst 15-jährige Lennard zupft die vier Saiten am Bass. Die Band existiert erst seit einem halben Jahr. An der Burgschule spielen sie ihr erst drittes Konzert.

Ihr Genre beschreibt Wortführer Jannik als „Rock ‘n’ Roll mit Brit-Indie-Blues-Einflüssen“. Musikalisch haben alle vier einen erstaunlich identischen Geschmack. Als Einflüsse nennen sie Oasis, Chuck Berry, Black Rebel Motorcycle Club, Miles Kane, Kasabian sowie Red hot Chili Peppers.

Jannik und Nils haben sich einst auf dem Schulhof in Menden kennen gelernt. „Damals kannten wir uns aber nur vom Sehen“, erinnert sich Nils. „Später auf dem Schützenfest in Garbeck kamen wir ins Gespräch.“ Sänger Jannik ergänzt: „Meine Band hatte sich damals gerade aufgelöst. Und da habe ich ihn gefragt, ob wir nicht was zusammen machen wollen.“

Das machen sie seither auch. The Majors spielen ausschließlich Eigenmaterial. Zwölf Songs haben sie in sechs Monaten, die die Band gerade einmal existiert, bereits geschrieben. Aus den Ideen von Jannik und Nils entstehen im winzigen Proberaum die fertigen Stücke. Die Monitorboxen stehen dabei noch nicht optimal. Jeder der vier bemängelt, dass er die anderen gar nicht hören könne.

Dabei ist es The Majors wichtig, dass sie gut zu hören sind. „Uns sind die Texte persönlich wichtig“, erklärt Jannik. „Ich setze mich meistens mit Nils hin. Wir haben eine Geschichte, die wir erzählen wollen. Und dann füllen wir das poetisch aus.“ Dabei geht es teils um selbst Erlebtes, aber auch „um unsere Ansichten über das Weltgeschehen“. Sozialkritisch seien Songs wie „Never Enough“. Lennard erläutert: „Die menschliche Moral geht immer mehr zu Grunde. Die Leute sind gierig, wollen immer mehr.“ Jannik hakt ein: „Wir möchten aber niemandem etwas vorschreiben, aber durchaus zum Nachdenken anregen.“ Warum er dann nicht Deutsch singt, auch wenn seine Muttersprache „gerade wieder besser anerkannt ist“, liegt für den Sänger klar auf der Hand: „Englisch klingt besser, ist schöner zu singen.“

Das Lied „Never Enough“ war übrigens das erste, welches das Quartett bei den ein, zwei wöchentlichen Proben erdachte. Als Nächstes möchte der Vierer ein eigenes Demo aufnehmen, um dann auch außerhalb der Stadtgrenzen bekannt zu werden. Das könnte klappen. Für den Sommer winkt bereits ein Gig auf Langeoog.

„Unsere Musik kommt in der großen Stadt besser an“, vermutet Nils. „Auf dem Land hören die Leute doch nur Heavy Metal.“ Zwar hätten sie sich „nicht darauf fixiert, berühmt zu werden“, doch dagegen haben sie scheinbar auch nichts. Jannik: „Der Spaß steht aber im Vordergrund. Vor allen Dingen, live zu spielen, ist klasse.“

Und auch wenn sie bisher kaum aus dem Proberaum heraus gekommen sind. Mit den Videos im Internet haben sie schon Bekanntheit erlangt. Jannik: „Ich werde oft von Leuten auf die Band angesprochen, die ich gar nicht kenne.“ Vielleicht liegt das am kurzen Namen der Truppe. „Der Bandname sollte gar nicht viel über uns aussagen“, verrät Nils. „Er sollte nur so einprägsam sein, wie The Beatles“, sagt Jannik.

Musik ist für die vier mehr als nur ein Hobby. „Wir sind hobby-los“, kokettiert Nils. Zwar treiben sie alle Sport, aber das sei letztlich „nur was für den Körper“, so Jannik, „aber Musik ist mehr, ein Stück weit Lebenseinstellung“.

Das fordert auch Opfer: Alle vier sind Singles. „Eine Freundin müsste mit der Band auf jeden Fall klar kommen“, stellt Jannik klar. Und dazu sei eben nicht jede bereit. Klar, dass die vier auch miteinander befreundet sind.

Zur Musik sind sie alle früh gekommen. Nils und Lennard wuchsen in einer musikalischen Familie auf. Lennard fing mit der Trompete an. Die liegt jetzt im Proberaum rum, taucht vielleicht einmal in einem The-Majors-Song wieder auf. Felix spielt schon seit zwölf Jahren Schlagzeug. Und Jannik erinnert sich, dass ihm sein Onkel - „da war ich fünf Jahre alt“ - ein Mixtape aufgenommen habe. Auf der Cassette hätte er Band wie Papa Roach gehört. „Das hat mich geprägt.“

Felix bringt nun übrigens – als Neuer – frische Ideen in die Formation. „Wir probieren andauernd etwas aus“, so Nils. „Wir tauschen im Proberaum auch schonmal die Instrumente.“ Doch für Jannik steht außer Frage, dass sich der Stil der Band nicht verändern wird. Ihre eigene Klangfarbe hätten sie bereits gefunden.

Die kommenden Auftritte von The Majors neben dem Schulfest sind am 5. Mai im Kulturschuppen beim Toro-X, 20 Uhr, am 11. Mai in der Nachbarstadt im Alt Werdohl, 21 Uhr, sowie am 19 Mai beim selbst-organisierten Six-String-Festival, ebenfalls im Kulturschuppen, ab 20 Uhr. ▪ Michael Koll

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