Neuenrader verurteilt

Luxusuhren gestohlen: Einstige Freunde treffen sich vor Gericht

Ein Neuenrader musste sich jetzt wegen Diebstahls vor Gericht verantworten.
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Ein Neuenrader musste sich jetzt wegen Diebstahls vor Gericht verantworten.

Der Diebstahl einer Uhr – so etwas war einst ein Kunststück fingerfertiger Straßendiebe. Etwas einfacher hatte es ein 28-jähriger Neuenrader, der im Mai in der Wohnung eines Freundes in Nachrodt-Wiblingwerde zu Gast war.

„Ich duschte. In der Zeit hat er mir die Uhren geklaut“, erinnerte sich der Gastgeber (20) jüngst bei der Verhandlung im Amtsgericht Altena, wo sich der Neuenrader wegen Diebstahls verantworten musste.

Zunächst wollte sich der Angeklagte zu dem Vorwurf nicht äußern. Doch gegenüber dem Bestohlenen hatte er mündlich bereits zugegeben, dass er ihm die beiden Diesel-Uhren im Wert von mehr als 500 Euro geklaut hatte.

Strafanzeige erst nach Kurzurlaub gestellt

Und es hatte einen weiteren Freund der beiden gegeben, der den Diebstahl in der Nachrodter Wohnung beobachtet hatte. Die Strafanzeige hatte der Bestohlene allerdings erst nach einem gemeinsamen Kurzurlaub der Freunde in Bremen erstattet. Dabei hatte sich das Trio derart zerstritten, dass zwei von ihnen nicht mit dem Auto des dritten Mannes, sondern mit der Eisenbahn nach Hause fuhren.

Der Angeklagte hatte also schlechte Karten und legte nach anfänglichem Zögern ein Geständnis ab. „Der Tatvorwurf stimmt“, bestätigte Verteidiger Ralf Schorner. „Die Uhren sind leider nicht mehr vorhanden.“ Deshalb schlug der Anwalt vor, dass der Dieb wenigstens den finanziellen Schaden wiedergutmachen solle.

Offene Bewährungsstrafe

Wegen einer offenen Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten drohte ihm ein echter Gefängnisaufenthalt. Doch eine solche Sanktion empfanden alle Beteiligten als zu hart. Und so gab es für den Diebstahl weitere drei Monate auf Bewährung „obendrauf“. Dazu eine dringende Ermahnung an den Dieb, sich nicht weiter ins Gebiet des Strafrechts vorzuarbeiten. Denn seine merkwürdigen Delikte erschienen nach längerem straffreiem Leben auch als ein törichter Hilferuf.

In seinem letzten Wort gab sich der Neuenrader schließlich einsichtig und deutete massive persönliche Probleme an. Er erklärte, dass er sich derzeit um eine psychologische Langzeittherapie bemühe.

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