Ludger Heitmann geht: „Gezz isses auch genuch“

Schmölen Jochen plauderte im Kulturschuppen ein allerletztes Mal über Schatzi und Hennes. ▪

NEUENRADE ▪ Ein allerletztes Mal schaute Ludger Heitmann alias Schmölen Jochen im voll besetzten Kulturschuppen vorbei. Nach zehn Jahren schickt der Komiker seine Bühnenfigur in den wohlverdienten Ruhestand und hängt den Pullunder an den Nagel.

Vorher gibt es allerdings noch eine große Abschieds- und Jubiläumstournee. Auch im neuen Programm wird das bekannte Personentableau ausgebreitet. So dürfen weder die eigene Partnerin (Schatzi), noch der beste Freund Hennes fehlen.

Die wehmütige Rückschau auf die vergangenen zehn Jahre setzt den Rahmen: „Die Leute ändern sich und ich ändere mich auch.“ In seiner Interpretation des Schmölen Jochen findet Ludger Heitmann gekonnt seinen Platz zwischen den großen Vorbildern wie Gerd Dudenhöfer und Herbert Knebel. Anstelle des Ruhrgebietes oder des Saarlandes lässt Heitmann das Sauerland in seinem Dialekt aufleben („Wat erzählst du die Leute“) und schaut den Menschen aufs Maul. Dass es dabei auch mal zotig zugeht, ist nur selbstverständlich. Immerhin gebe es keine Tabus mehr. So wird weder das Thema Krankheit und Tod noch die Emanzipation ausgespart. Auch um die Fahrtauglichkeit der Frau scheint es in der Welt des Schmölen Jochen nicht gut bestellt („Mein Schatzi fährt wie eine gesengte Sau“). Eine aberwitzige Erklärung findet das Sauerländer Urgestein für den neuen Trend der E-Bikes. Das sei „Fahrradfahren für mit kaum trampeln“. Nach umjubelten neunzig Minuten legt Schmölen Jochen die Kappe beiseite. Ludger Heitmann bedankte sich bei allen, die über Jahre hinweg unter den privaten und tatsächlichen Machenschaften seiner Kunstfigur zu leiden hatten, allen voran das wahrhaftige Schatzi.

In Zukunft will sich Ludger Heitmann verstärkt um anderes kümmern. „Jeder Zuschauer hat es verdient, dass dieser Fatzke vorne auf der Bühne alles gibt. Das kann ich aber bei der Vielfältigkeit meiner zeitintensiven Hobbys nicht mehr garantieren“, so die Begründung für seinen Rückzug. Wenn es am schönsten ist, solle man schließlich gehen. Dann blieb Zeit zu feiern.

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