Lösungsansätze für den Handel

Einzelhändler und Mitglieder des Stadtmarketings hörten sich den Willmers-Vortrag an. - Fotos: von der Beck

NEUENRADE - Der Einzelhandel unterliegt gewaltigen Veränderungen: Der Anteil des für den Handel verfügbaren Einkommens ist erheblich gesunken, das Geld der Verbraucher fließt in andere Töpfe – sei es Altersvorsorge, Energie oder Mobilität. Hinzu kommt die Konkurrenz durch das Internet oder eben Konkurrenzstandorte.

Von Peter von der Beck

Zudem sinken die Umsätze pro Quadratmeter Verkaufsfläche bei stagnierendem Umsatzvolumen in Deutschland. Kleinere Ladenlokale verschwinden also langsam oder vorhandene müssen ihre Fläche vergrößern. Auch haben sich die Wettbewerbsbedingungen (Wegfall von Rabattgesetzen) in der jüngsten Vergangenheit erheblich geändert. Zudem wurden die Kunden anspruchsvoller und mobiler. Unter diesen Rahmenbedingungen zu leiden haben wohl die inhabergeführten Fachgeschäfte – deren Zahl gehe weiter zurück.

Diese Erkenntnisse präsentierte am Mittwochabend Klaus Willmers. Willmers ist Betriebswirt, arbeitet beim Einzelhandelsverband Südwestfalen, ist Experte und referierte zu dem Thema im Stadtentwicklungsausschuss. Etliche Einzelhändler, darunter Klaus Filter, saßen im Zuschauerraum und hörten interessiert zu. Sie erfuhren von der Kaufkraft der Neuenrader, die Willmers mit 66 Millionen Euro bezifferte. Sie hörten von dem Einzelhandelsumsatz, der in Neuenrade 61 Millionen Euro beträgt. Und erfuhren, dass Neuenrade im Märkischen Kreis im Vergleich zu den anderen Zentren damit immerhin an 5. Stelle stehe (hinter Lüdenscheid, Iserlohn, Menden und Plettenberg). Neuenrade habe nun Besonderheiten wie die B229, welche die Stadt zerschneide, fehlende Frequenzbringer wie Aldi und Drogeriemärkte; die Bindung durch Lebensmittelmärkte bestehe in Neuenrade nur noch zu 60, statt 90 Prozent. Zudem ist die Vorzeigebranche Textilien zu schwach vertreten. Froh sein können die Neuenrader laut Willmers, dass es da noch den Baumarkt Arens & Hilgert gebe, der noch Leute nach Neuenrade locke. Willmers wünscht sich für Neuenrade ein Ausbau der Dienstleistungsbranche für die Zweite und Dritte Straße, sowie eine Öffnung der Ladenlokale der Ersten Straße nach hinten raus. Und wenn möglich noch mehr Parkplätze um Spontankäufern eine Chance zu bieten. Auch wäre eine Vergrößerung der Ladenflächen sinnvoll – vielleicht durch Zusammenlegung benachbarter Läden. Es seien viele, kleine Puzzelstücke, die Erfolg bringen könnten.

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