Feuerwehr stößt an Grenzen

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Der Löschzug Stadtmitte verfügt über viele junge, leistungsfähige Einsatzkräfte. Das hob Löschzugführer Stefan Besser bei der Jahresdienstbesprechung hervor.

Neuenrade - Über eine junge Truppe und die damit verbundene Leistungsfähigkeit freute sich Stefan Besser, Chef des Löschzugs Stadtmitte der Freiwilligen Feuerwehr Neuenrade, anlässlich der Jahresdienstbesprechung im Konferenzraum des Stadtdirektor-Wegener-Hauses.

Der Altersdurchschnitt des Löschzuges liege derzeit bei 34 Jahren. Dazu trage vor allem die seit zehn Jahren bestehende Jugendfeuerwehr bei, die für reichlich Nachwuchs sorge. Deren Betreuer schafften es vorbildlich, junge Leute zu motivieren und bei Laune zu halten. Doch nicht nur beim Nachwuchs, sondern auch bei den Erwachsenen laufe es gut: „Wir in der Führungsebene versuchen immer, das Thema Feuerwehr, Zusammenhalt und Kameradschaft so interessant wie möglich zu gestalten.“ Ein Schlüssel dazu sei die Gestaltung der Übungsdienste, an deren Verbesserung weiterhin gearbeitet werden müsse.

Darüber hinaus würdigte Stefan Besser den persönlichen Einsatz der Kameraden und Kameradinnen für die Gemeinschaft – wenn es sein muss, rund um die Uhr: „Die eigene Überzeugung, anderen Menschen zu helfen bei Tag oder Nacht, bei Wind und Regen, bei 35 Grad im Schatten oder bei 15 Grad minus, bringt jeder von Euch mit.“ Empört und fassungslos zeigte sich der Löschzugführer über zahlreiche Berichte, dass es immer häufiger zu Angriffen auf Rettungskräfte komme. „Feuerwehrfrauen und Männer, Rettungsdienstkräfte werden an Einsatzstellen beschimpft, mit Feuerwerk beschossen oder sogar körperlich angegangen. Menschen, egal ob beruflich oder freiwillig, die den Ehrgeiz besitzen, ihren Mitmenschen bei einem Notfall zu helfen, so anzugehen, ist für mich nicht normal und schon gar nicht menschlich.“ Der Löschzugführer verband mit dieser Bestandsaufnahme einen nachdrücklichen Aufruf: „Lasst Euch bitte nicht durch solche Idioten verunsichern und macht weiter so!“

Unermüdliches Üben ist unverzichtbar

Unter dem Stichwort „Feuerwehr ist heute Hightech“ rief Stefan Besser zu einem verantwortlichen und vor allem sachkundigen Umgang mit der Ausrüstung auf: Feuerwehr sei heute mehr als Schläuche, Pumpen und Strahlrohre. Pfleglicher Umgang mit dem Material, unermüdliches Üben und die Ausbildung persönlicher Schwerpunkte im Umgang mit den technischen Geräten und Fahrzeugen – diese Tugenden seien unverzichtbar für das Funktionieren im Ernstfall. Stefan Besser räumte ein, dass die Mitglieder des Löschzugs dabei an Grenzen der Belastbarkeit stoßen. Unverzichtbare Sonderübungsdienste wie Atemschutzausbildung und technische Hilfe würden auch weiterhin stattfinden, doch mehr Übungsdienste als bisher wolle der Löschzug nicht durchführen. Insgesamt zog Stefan Besser aber ein sehr positives Fazit der geleisteten Arbeit: „Wir hier in Neuenrade sind in der glücklichen Lage, noch genügend Mitglieder zu besitzen. Dafür möchte ich heute meinen Dank aussprechen.“

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